Projekt Audi 1800 4/t (100 LS)

Warum man sich so ein Auto nicht aussucht – sondern warum es einen findet

Wie alles begann…

25.04.2025

Manche Autos plant man nicht. Man sieht sie, schaut ein bisschen zu lange hin, rechnet kurz halbherzig nach – und weiß im selben Moment schon, dass es eigentlich zu spät ist. So war das mit diesem Audi 100 LS. Gekauft für kleines Geld, der Lack sichtbar müde, hier und da zwei Roststellen, die sich erst nach genauerem Suchen gezeigt haben – und trotzdem war da sofort dieses Gefühl, dass es genau der Richtige ist. Vielleicht gerade deshalb. Komplett, unverbastelt, mit Handbuch und sogar originalem Bordwerkzeug. Und irgendwann, wenn er wieder auf der Straße ist, werde ich gerade einmal sein vierter Halter sein. Das allein erzählt schon eine Geschichte.

Der Audi hat übrigens schon einen Namen bekommen, bevor ich ihn überhaupt gekauft hatte:

Karl-Heinz

Und irgendwie passt das. So nennt man kein Auto, das nur irgendein Projekt ist. So nennt man einen alten Herrn, den man wieder auf die Beine bringen will. Der Plan war von Anfang an gar nicht großspurig: erst alle Flüssigkeiten tauschen, dann den Motor wieder zuverlässig zum Laufen bringen, danach die Blecharbeiten angehen und irgendwann eine Vorprüfung beim TÜV machen. Wenn das alles passt, kann später der Lackierer ran. Projektende? Wahrscheinlich nie. Aber das Ziel ist sowieso ein anderes: Er soll wieder laufen. Und er soll wieder fahren.

Nach der ersten Durchsicht war ich vorsichtig optimistisch. Vieles sah überschaubarer aus, als man es bei einem Auto von 1970 erwarten würde. Die Elektrik funktionierte weitgehend, nur das Abblendlicht machte nicht mit. Der Zündfunke war da. Und plötzlich stand da nicht mehr nur ein alter Audi vor der Garage, sondern eine echte Möglichkeit. Es sind genau diese Momente, in denen man innerlich schon einen Schritt weiter ist als mit den Händen. Da glaubt man zum ersten Mal, dass aus einem Kauf vielleicht wirklich wieder ein Auto werden kann.

Bestandsaufnahme

Motor, Bremsen, Elektrik

26.04.2025

Dann kam einer dieser Augenblicke, die man nicht vergisst: Nach acht Jahren Standzeit bekam der Motor frisches Öl und neuen Sprit aus dem selbstgebauten Testtank – und lief. Einfach so. Nicht schön, nicht perfekt, nicht ganz sauber. Aber er lief. Und auf einmal war alles anders. Denn solange ein Auto nur herumsteht, ist es ein Vorhaben. In dem Moment, in dem der Motor anspringt, wird daraus wieder etwas Lebendiges. Eine kleine Runde war sogar direkt drin, auch wenn die hängenden Bremsen sofort klargemacht haben, dass der Weg noch lang wird. Aber das war egal. Das Wichtigste war in diesem Moment schon passiert.

Es war also einer dieser seltenen Momente, in denen man noch nicht weiß, wie viel Arbeit vor einem liegt, aber zum ersten Mal ernsthaft daran glaubt, dass es funktionieren könnte.

27.04.2025

Natürlich blieb es nicht bei diesem einen Triumph. Die Bremsen machten sofort Arbeit: nasse, brüchige Beläge, klemmende Zylinder, dazu wieder die Erkenntnis, dass alte Technik zwar oft simpel wirkt, aber einem trotzdem genug Gründe zum Fluchen geben kann. Gleichzeitig sind es genau diese Details, die so ein Auto interessant machen. Hinten sitzen die Radlager mit in den Trommeln, vorne die Bremsscheiben direkt am Getriebe – nichts daran ist beliebig. Und während ich schraube, wächst immer mehr dieses Gefühl, dass man hier nicht einfach Teile tauscht, sondern sich nach und nach in die Denkweise eines alten Autos hineinarbeitet.

Lichtmaschine

01.05.2025

Zwischendurch meldete sich noch die Lichtmaschine. Ein kurzer Satz eines Kollegen – „deine Lichtmaschine wackelt“ – und schon war die nächste Baustelle da. Was dort einmal Gummibuchsen gewesen sein sollte, war im Grunde nur noch ein Rest improvisierter Vergangenheit. Also habe ich zerlegt, angeschaut, überlegt, gebaut. Aus Material, das eben da war. Nicht elegant, nicht katalogschön, aber ehrlich. Und genau das mag ich an solchen Arbeiten: Dieses stille Improvisieren, wenn aus ein bisschen Restmaterial und Geduld plötzlich wieder eine funktionierende Lösung wird. Danach saß die Lima wieder fest. Solche kleinen Siege tragen ein Projekt oft mehr als die großen Meilensteine.

03.05.2025

Richtig aufschlussreich wurde es dann noch einmal bei der Bremsanlage vorn. Neue Beläge waren schnell drin, aber beim Entlüften tat sich: nichts. Erst nach einigem Probieren war klar, dass ein Bremsschlauch dicht war, vermutlich innen aufgequollen. Selbst mit Druckluft ging nichts mehr durch. Kaum war die Verschraubung gelöst, rollte der Audi sofort frei. So etwas ist im ersten Moment frustrierend, aber es ist auch eine Erleichterung. Denn nichts ist schlimmer als ein Fehler, den man nicht greifen kann. Der neue Schlauch kam ein paar tage später aus USA, wurde eingebaut – und auf einmal bremste und rollte der Wagen wieder so, wie er sollte. Ab da hatte ich auch eine ziemlich konkrete Ahnung, warum der Audi damals wohl verkauft wurde.

09.05.2025

Mit jeder kleinen Ausfahrt wächst bei einem solchen Projekt das Vertrauen. Eine vorsichtige Runde um den Block, Warnblinker an, ein paar Funktionstests – mehr brauchte es zunächst nicht. Das Ergebnis war dennoch klar: Der Audi fährt, bremst und rollt. Nur das jaulende Ausrücklager der Kupplung meldete schon an, dass die To-do-Liste noch lange nicht abgearbeitet ist. Aber das gehört dazu. Alte Autos führen keine stillen Beziehungen; sie sagen einem sehr direkt, was sie als Nächstes brauchen.

Vergaser

Besonders liebe ich diese absurden Zufallsfunde, die einen mehr über ein Auto lehren als jede Checkliste. Der viel zu hohe Leerlauf war so ein Fall. Warm lief der Motor mit rund 2.000 Umdrehungen, also deutlich zu hoch. Ich hatte mich schon in Einstellarbeiten am Vergaser hineingedacht, als ich eher zufällig bemerkte, dass sich beim leichten Druck auf den Luftfilter das Gasgestänge mitbewegte. Am Ende war es tatsächlich die Schlauchschelle der Ventildeckelentlüftung, die auf die Mechanik drückte. Einmal gedreht, ein bisschen nachjustiert – und schon lief der Motor sauber im Leerlauf. Für Außenstehende ist das eine Kleinigkeit. Für mich sind das die Momente, die aus Schrauben eine Geschichte machen.

Karosserie

Was mich aber fast noch mehr gefreut hat als das Laufen des Motors, war der Blick unter das Blech. Stoßstange ab, Grill raus, Lampen raus, Kotflügel runter, Frontscheibe raus – und darunter kam eine Substanz zum Vorschein, die mich wirklich überrascht hat. Natürlich gibt es Arbeit: ein Bereich an der A-Säule, die Flügelspitze, der Schweller auf der Beifahrerseite. Aber insgesamt ist der Zustand nach über fünf Jahrzehnten erstaunlich gut. Der Scheibenrahmen ist beinahe wie neu. In solchen Momenten wird aus Hoffnung echte Zuneigung. Dann schraubt man nicht mehr nur, weil man angefangen hat – sondern weil man dem Auto plötzlich wirklich gerecht werden will.

Die Restauration

Stossdämpfer

15.02.2026

Im Jahr 2026 ging es dann Stück für Stück weiter. Nicht spektakulär, aber genau so, wie solche Projekte eben wirklich vorankommen: Federbeine entrosten, konservieren, lackieren. Chrom retten, von dem man vorher gedacht hätte, er sei längst verloren. Stoßstangen aufarbeiten, Befestigungsmaterial überholen, Teile einlagern, Schürzen lackieren, wieder Chrom polieren. Das sind Arbeiten, die auf Fotos oft unscheinbar wirken. Aber genau dort steckt die Zeit. Und auch die Zuneigung. Man verbringt Stunden mit Dingen, die später vielleicht kaum jemand bemerkt – und macht es trotzdem, weil man weiß, dass es genau darauf ankommt.

Stosstangen und Schürze

15.03.2026

Weiter geht es – zwar langsam, aber es geht weiter. Und manchmal sind es genau diese Abschnitte, in denen nach außen nicht spektakulär viel passiert, die am Ende trotzdem dafür sorgen, dass das Projekt Stück für Stück vorankommt.

Die Stoßstangen haben inzwischen ihr überarbeitetes Befestigungsmaterial bekommen und sind nun gut verpackt eingelagert. Auch die Schürze ist lackiert, der Grill ebenfalls – wobei der nur als Ersatz dienen wird. Und daneben hieß es mal wieder: meterweise Chrom putzen, aufbereiten und retten, was sich noch retten lässt.

Bei der Schürze liefen die Arbeitsschritte diesmal ganz klassisch der Reihe nach ab. Erst wurde sie entrostet und gründlich vom alten Dreck befreit. Danach folgten Grundierung und Filler, bevor schließlich in L96D lackiert wurde. Zum Abschluss kamen noch zwei Schichten Klarlack darüber.

Es sind genau solche Arbeiten, die auf Bildern oft recht unscheinbar wirken, in Wirklichkeit aber jedes Mal etliche Stunden kosten. Aber genau daraus besteht so ein Projekt eben auch: aus vielen einzelnen Schritten, die am Ende dafür sorgen, dass aus einem Haufen Teile langsam wieder ein Auto wird.

Schweller

30.03.2026

Ein größeres Kapitel wurde der rechte Schweller. Ein Vorbesitzer hatte den gesamten Unterboden offenbar „gut gemeint“ mit Unterbodenschutz versehen und dabei gleich die Abläufe des Schwellers verschlossen. Das Ergebnis war vorhersehbar: Wasser blieb drin, und das Blech ging über die Jahre kaputt. Immerhin blieb die Aufnahme der Hinterachse intakt, und damit war klar, dass sich die Arbeit lohnt. Also wurde entrostet, konserviert, angepasst, nachgebaut, geschweißt. Innen kam schon Oxyblock hinein, später soll Owatrol drauf, und wenn alles wieder geschlossen ist, wird mit Fluid Film konserviert. So etwas ist keine schnelle Reparatur. Es ist eher eine Art Versprechen an das Auto, dass es diesmal vernünftig gemacht wird.

Auch an anderer Stelle bestätigte sich immer wieder, dass die Substanz dieses Audi besser ist, als man es zunächst vermuten würde. Die Heckscheibe ließ sich gut ausbauen, der Rahmen präsentierte sich in bemerkenswert gutem Zustand, und selbst hinten waren Kontakte, Dichtungen und Blech erfreulich gesund. Natürlich gab es auch die kleinen Demütigungen des Schrauberalltags – etwa eine Kennzeichenbeleuchtung, die nach dem Lösen der Schrauben in ihre Einzelteile zerfiel und erst mit 2K-Kleber wieder zusammenfand. Aber genau das ist die Wahrheit solcher Projekte: Fortschritt besteht selten aus großen Heldentaten, sondern meist aus vielen kleinen, geduldigen Reparaturen.

Und genau darin liegt für mich wahrscheinlich der eigentliche Kern dieses Projekts. „Karl-Heinz“ wird nicht in einer großen, glatten Heldengeschichte zurückkommen. Sondern so, wie alte Autos eben zurückkommen: mit öligen Händen, langen Abenden, kleinen Rückschlägen, improvisierten Lösungen und diesen Momenten, in denen man plötzlich grinsen muss, obwohl gerade alles voller Dreck liegt. Er wächst langsam wieder zusammen. Nicht perfekt, nicht schnell, aber ehrlich. Und vielleicht ist es genau das, was mich an diesem Audi so festhält: dass ich ihn nicht einfach nur repariere, sondern ihm Stück für Stück wieder etwas zurückgebe – Bewegung, Würde und irgendwann hoffentlich wieder Straße unter den Rädern.

07.04.2026

Der neue Schweller wollte allerdings nicht auf Anhieb so, wie ich wollte. Ganz richtig gekantet war das Blech nicht, also ging es erst einmal zum Kantbetrieb hier in der Stadt. Dort habe ich den Schweller noch einmal um 20 Grad weiter kanten lassen. Danach passte er dann endlich so, wie er sollte.

Im nächsten Schritt habe ich mit der Lochzange insgesamt 161 Löcher für die Schweißpunkte gestanzt. Danach ging es ans Punktschweißen. Oben wurde der Schweller Stück für Stück angepunktet, anschließend unten immer weiter angepasst, bis er auch dort sauber abschloss. An ein paar Stellen war noch etwas Nacharbeit nötig, aber am Ende saß alles so, wie es sein sollte.

Nach etwa einer Stunde waren dann alle Punkte verschweißt und später wieder plan geschliffen. Die Löcher für die Halterungen der Zierleiste mit dem Dremel wiederhergestellt.

Als Nächstes steht nun das Verzinnen der Schweißnaht an, um Korrosion vorzubeugen und die letzten kleinen Löcher zu schließen. Wie genau das funktioniert, werde ich dann sehen – gemacht habe ich das bisher noch nie. Aber genau solche Dinge gehören bei so einem Projekt eben auch dazu, und gerade diese Herausforderungen nehme ich immer wieder gern an.

Heckleuchten

08.04.2026

Kleine Arbeit, große Wirkung.

Die originale Bosch-Nebenschlussleuchte, die bei meinem Modell offenbar serienmäßig verbaut war, habe ich etwas aufgearbeitet. Erst gründlich gereinigt, dann mit Chromputz überarbeitet – und am Ende sieht das Teil nach 55 Jahren tatsächlich wieder fast wie neu aus.

Das Gleiche habe ich auch mit den Rückleuchten gemacht. Die wurden zunächst mit warmem Wasser und Seifenlauge sorgfältig gereinigt, anschließend durfte auch hier der Chrom wieder etwas Aufmerksamkeit bekommen. Danach habe ich alles sicher verpackt und bis zum Wiedereinbau eingelagert.

Schweller Teil 2

Das Verzinnen war dann allerdings eher ein Schuss in den Ofen. Die frisch gekaufte Lötlampe wollte nicht so funktionieren, wie ich mir das vorgestellt hatte, und beim Versuch, das Flussmittel aufzutragen, habe ich am Ende mehr Lack verbrannt als nötig gewesen wäre. Dazu kam dann irgendwann auch der Gedanke, dass ich keine große Lust habe, versehentlich das halbe Auto abzufackeln.

Also doch wieder zurück zur bewährten Methode: Die Schweißnähte wurden sauber konserviert und anschließend mit 2K-Epoxy-Grundierfüller porentief verschlossen.

Auch die Schwellerspitze wurde noch neu aufgebaut. Die habe ich aus einem Stück Blech geformt, eingeschweißt und danach glatt geschliffen. Bei einer früheren „Reparatur“ war dieser Bereich schlicht mit GFK überdeckt worden. Jetzt ist an der Stelle wieder ordentlich Blech, so wie es sein soll. Hinten habe ich das Ende vom Schweller passend umgelegt und verschweisst.

Nach der Grundierung sieht der Schweller jetzt jedenfalls schon beinahe fertig aus.

Türen

14.04.2025

Für die Lackierung ging es nun an die Zerlegung der Türen. Eigentlich sollten nur die Zierleisten herunter, in der Praxis war das aber wieder so eine Arbeit, die deutlich harmloser klingt, als sie am Ende ist. Erst mussten die Führungsgummis in der oberen Ecke zum Dreiecksfenster hin etwas herausgebogen werden, dann die kleine Schraube an der senkrechten Führungsleiste oben raus. Danach kamen Griff, Fensterkurbel und Türöffner ab, die Türpappe wurde entfernt und die Führungsleiste oben und unten losgeschraubt. Mit herunter gedrehter Scheibe ließ sich die Führung schließlich nach innen heraus kippen und heraus ziehen, das Dreiecksfenster ausbauen und anschließend auch die inneren und äußeren Schachtleisten nach oben heraushebeln. Danach konnte die Scheibe vorsichtig aus dem Fensterheber herausgeschoben und aus der Tür genommen werden. Mit dem richtigen Werkzeug ließen sich am Ende dann auch die äußeren Chromleisten überzeugen. Klingt alles recht sachlich, ist aber mal wieder genau so eine Arbeit, bei der man Schritt für Schritt vorgehen muss, damit hinterher nichts verbogen, verkratzt oder unnötig zerstört ist. Der Zusammenbau erfolgt dann später wieder in umgekehrter Reihenfolge.

Bremsen hinten

Auch bei den Bremszylindern ging es endlich weiter. Die wurden zerlegt, die Kolben ausgebaut, gereinigt, geschliffen und von Kanten sowie Ablagerungen befreit. Danach kamen neue Dichtungen hinein und alles wurde wieder zusammengesetzt. Die alten Schlitzschrauben habe ich dabei direkt gegen Sechskantschrauben ersetzt. Weil die alten Bremsbeläge brüchig und aufgequollen waren, kamen auch dort neue. Der Einbau der unteren Spannfeder funktionierte mit der Karosseriezange erfreulich gut. Nach dem Zusammenbau klemmte die Bremstrommel zunächst trotzdem fest – Ursache waren verbackenne Reste der alten Beläge in der Trommel durch die 8 Jahre Standzeit. Nachdem die mit 600er Schleifpapier entfernt waren, passte alles wieder, und das Rad drehte frei. Die Zentralmutter wurde anschließend handfest angezogen und dann wieder leicht gelöst, damit das Radlagerspiel (0.02mm) sauber eingestellt ist. Mit der Fühlerlehre geht das Ganze dann deutlich entspannter.

Bodenblech

16.04.2026

Unter der Dämmung kam dann allerdings doch noch eine unschöne Stelle zum Vorschein. Also erst einmal alles raus, das rostige Elend freigelegt und gründlich mit der Messingbürste bearbeitet. Danach ging es mit Pelox weiter, anschließend wurde wieder gespült, erneut geschrubbt und zum Schluss Owatrol aufgetragen. Später kommt die Dämmung dann wieder hinein.

Immerhin blieb es bei dieser einen Problemstelle im Bodenblech. Der Rest zeigt sich unter der Dämmung erfreulich gut und ist quasi wie neu. Und genau das sind dann die Momente, in denen nach dem ersten Schrecken auch gleich wieder etwas Erleichterung da ist.

Batterieträger

18.04.2026

Auch an dieser Stelle ging es wieder ein Stück weiter. Der Batterieträger und die zuvor gereinigten Stopfen konnten wieder eingebaut werden.

Den Batterieträger habe ich nach dem Einschweißen noch mit Brantho Korrux 3in1 behandelt. Damit ist der Bereich jetzt nicht nur wieder an Ort und Stelle, sondern auch gleich ordentlich geschützt.

Innenkotflügel

20.04.2026

Am Innenkotflügel standen nun die letzten Blecharbeiten an. Genau an dieser Stelle treffen Rahmen und Innenkotflügel aufeinander, die Bleche überlappen sich dort. Durch die alte Dichtpaste, mit der der Kotflügel seinerzeit eingesetzt worden war, hat sich über die Jahre wohl ein dauerhaft feuchter Bereich gebildet. Die Kapillarwirkung hat ihren Teil dazu beigetragen, und am Ende hielt das Ganze im Grunde fast nur noch an den Schweißpunkten. Der Rest war mehr Blätterteig als Blech.

Also blieb nur, den ganzen gammeligen Bereich konsequent herauszutrennen und Stück für Stück wieder neu aufzubauen. Solche Arbeiten sind zwar alles andere als spektakulär, aber genau da entscheidet sich am Ende, ob es ordentlich wird oder eben nicht. Und mit dieser Stelle sind die Schweißarbeiten jetzt tatsächlich abgeschlossen – wieder ein richtiger Meilenstein auf dem Weg, „Karl-Heinz“ Schritt für Schritt zurückzubringen.

Lackierung

Vorbereitungen fürs Fillern

15.05.2026

Nachdem die Schweißarbeiten nun abgeschlossen sind, geht es endlich an den Lack. Und genau das wird vermutlich die größte Herausforderung des ganzen Projekts – und ganz sicher auch eine der arbeitsintensivsten Baustellen.

Weil mir dafür leider keine Halle zur Verfügung steht, in der ich in Ruhe schleifen und fillern kann, musste eine provisorische Lösung her. Also durfte das alte Partyzelt wieder ans Tageslicht, das nach acht Jahren im Keller nun noch einmal seinen letzten Einsatz bekommt. Der Stoff ist inzwischen schlicht zu sehr in die Jahre gekommen – aber für „Karl-Heinz“ reicht es noch ein letztes Mal. So ist der Audi, oder besser gesagt das, was aktuell von ihm übrig ist – Karosse, Motor, Fahrgestell und Lenkrad –, kurzerhand in den Garten umgezogen.

Jetzt arbeite ich mich Stück für Stück von oben nach unten durch. Angefangen habe ich mit dem Dach, mal mit dem Exzenterschleifer, mal mit dem Schleifpad und an manchen Stellen auch ganz klassisch von Hand mit 240er Schleifpapier. Gerade am Dach ist das gar nicht so ohne, weil das Blech nachgibt und man den Druck entsprechend sauber dosieren muss.

Wo der Lack noch in Ordnung ist, wird er nur angeschliffen. An beschädigten Stellen geht es bis auf die Grundierung herunter, und dort, wo sich bereits erste Flugrostansätze zeigen, wird bis aufs blanke Blech gearbeitet.

Die freigelegten Stellen wurden anschließend wieder großzügig grundiert, damit alles sauber versiegelt ist. Es ist mühsame Arbeit, aber genau so kommt man am Ende Schritt für Schritt zu einer vernünftigen Basis für den weiteren Lackaufbau.

17.05.2026

Heute standen Motorhaube und die Türkanten auf der Beifahrerseite auf dem Plan. Also erst einmal die Haube ausgebaut und auf Böcke gestellt. Danach wurde großzügig mit Pelox SE gearbeitet, und nach rund 40 Minuten ließ sich der Rost mit dem „Glitzi“-Schwamm erstaunlich gut entfernen. Anschließend alles gründlich mit Wasser abgespült. Nach dem vollständigen Trocknen wird die Haube dann geschliffen und danach wieder mit Grundierung versiegelt. Bei den Türen läuft es im Prinzip genauso.

Bei den Lüftungen in der Haube muss ich mir allerdings noch etwas einfallen lassen. Da will ich nicht einfach irgendwie Farbe hineinhalten, sondern eine Lösung finden, mit der der Lack am Ende auch wirklich sauber und vernünftig in die Ecken kommt.

Auch die Kotflügel sind zum Schleifen wieder zurück ans Auto gewandert. Auf Böcken war das Ganze einfach zu instabil, also lieber wieder so, dass vernünftig gearbeitet werden kann.

Eine wirklich schöne Sache gab es heute aber auch noch: Der vom Sattler reparierte Fahrersitz ist wieder zurück und bleibt bis zum Einbau erst einmal sicher in der Garage. Die Arbeit ist wirklich beeindruckend geworden. Man sieht so gut wie gar nicht, sogar im Vergleich zum Beifahrersitz mit dem Originalbezug von 1970 welche Bereiche am Sitz überhaupt erneuert wurden. Vor so einer Arbeit kann man wirklich nur den Hut ziehen.

18.05.2026

Heute war vor allem eines: Schleiftag. Und auch wenn gutes Werkzeug einem dabei viel Arbeit abnimmt, bleibt es trotzdem genau die Sorte Arbeit, auf die man gut und gern verzichten könnte. Immerhin machen Exzenterschleifer und mobiler Staubsauger genau das, was sie sollen. Das Problem ist nur: Ein Auto besteht eben nicht aus lauter schönen glatten Flächen. Überall Kanten, Knicke, Rundungen – mal konvex, mal konkav, mal alles gleichzeitig. Und genau da hilft am Ende oft nur noch der Handschliff, weil selbst der Schleifklotz schon wieder zu groß ist.

Die großen Flächen, die sich mit dem Exzenterschleifer vernünftig bearbeiten lassen, sind inzwischen erst einmal geschafft. Der Rest ist jetzt die eigentliche Fleißarbeit: all die Streben, Ecken und Übergänge, die man nur von Hand oder mit viel Geduld sauber hinbekommt.

Und wie so oft zeigt sich beim Schleifen erst, was wirklich unter der Oberfläche steckt. Zum Vorschein kamen blankes Blech, kleine Rostpickel unter dem Filler, gespachtelte Stellen, Rostunterwanderung unter dem Spachtel an der Kofferklappe und dazu noch einige Beulen, die man vorher kaum bemerkt hat. Solche Stellen sieht man eben oft erst dann richtig, wenn man großflächig arbeitet und die Oberfläche nach und nach freilegt.

Damit ist auch schon klar, wie es weitergeht: wieder Rost behandeln, spachteln und sich Stück für Stück durch die nächsten Baustellen arbeiten. Das wird ein paar Tage in Anspruch nehmen. Die freigelegten blanken Stellen habe ich deshalb direkt wieder mit Grundierung konserviert. Fein geschliffen werden muss am Ende sowieso noch einmal alles.

Auch die Motorhaube hat heute noch ihren Teil abbekommen. Nach dem Schleifen und Entrosten war sie inzwischen schon zur Hälfte blank, also sollte sie direkt komplett grundiert werden. Das hat allerdings nur bedingt so funktioniert, wie gedacht. Eine offenbar etwas „defekte“ Sprühdose sorgte dafür, dass die Grundierung an manchen Stellen extrem rau wurde. Zum Glück ließ sich das mit 800er Schleifpapier recht schnell wieder glätten. So etwas braucht kein Mensch, gehört bei solchen Aktionen aber offenbar einfach mit dazu.

21.05.2026

Heute ging es mit Schleifen und Abkleben weiter. Diesmal war das Heck an der Reihe. Dafür habe ich zuerst den Kofferraumdeckel abgebaut und die Feder an den Kofferraumscharnieren mit dem Spanngurt ausgehängt. Danach wurde alles gründlich gereinigt, im Kofferraum sämtliche vorhandenen Öffnungen abgeklebt und auch die Ausschnitte der Rückleuchten sauber verschlossen. Der Kofferraumdeckel selbst muss zwar noch gespachtelt werden, das lässt sich aber problemlos auch im ausgebauten Zustand erledigen.

Anschließend ging es vorn weiter. Der Lack unter dem Kühlergrill ist eigentlich noch ordentlich, wirkte neben dem bereits neu lackierten Nummernschildträger aber einfach nicht mehr passend. Also wurde der alte Lack mit 240er Papier angeschliffen und anschließend deckend mit Grundierfüller aufgebaut.

Danach habe ich die Fläche mit 600er Papier wieder geglättet und schließlich in mehreren Durchgängen lackiert: drei Gänge Basislack, danach zwei Schichten Klarlack.

2 Schichten Basislack Audi L96D

2 Schichten 2K-Klarlack

Damit ist nun – einen Tag vor Karl-Heinz’ 56. Geburtstag – tatsächlich das erste Blech an der Karosse wieder in der originalen Wagenfarbe lackiert. Und genau das sind dann diese kleinen Momente, in denen aus viel Schleifstaub und Vorarbeit auf einmal wieder sichtbar ein Auto wird.

22.05.2026

Heute hatte Karl-Heinz Geburtstag – 56 Jahre alt. Statt großer Feierlichkeiten ging es allerdings ganz pragmatisch weiter mit den Vorbereitungen fürs Fillern. An der Front sind die Arbeiten inzwischen so weit abgeschlossen, dass dort bis zur finalen Lackierung nichts mehr passieren muss. Also habe ich die Karosse im Zelt aus der Mitte weiter nach hinten geschoben, um vorne genug Platz für die nächsten Schritte zu schaffen: Türen, Kotflügel, Motorhaube und Kofferklappe warten schließlich auch noch auf ihre weitere Vorbereitung.

Der Ausbau der Türen selbst lief erfreulich problemlos. Nur das Türfangband der Fahrertür hat noch eine kleine Baustelle aufgemacht: Die Halterung ist aus ihrer Aufnahme gebrochen. Weil das Teil ursprünglich von hinten ins Karosserieblech eingeschweißt wurde und man dort jetzt nicht mehr vernünftig herankommt, wird das später einfach von vorn mit zwei Schweißpunkten wieder befestigt. Dann sollte auch das wieder sauber halten

Damit die ausgebauten Teile vernünftig final geschliffen und später gefillert werden können, habe ich mir aus ein paar Resthölzern passende Halterungen gebaut. So lassen sich Türen und Kotflügel deutlich angenehmer bearbeiten, als wenn man ständig improvisieren muss oder einem die Teile irgendwie im Weg stehen. Gerade solche kleinen Hilfskonstruktionen kosten zwar erst einmal Zeit, machen die eigentliche Arbeit danach aber deutlich entspannter.

Auch die ersten Tests mit der Sprühpistole für den Filler habe ich schon gemacht – vorsichtshalber erst einmal nur mit Wasser. Aber selbst dabei merkt man schon, dass das Arbeiten mit solchem Werkzeug richtig Spaß machen kann. Und genau das ist dann wieder einer dieser Momente, in denen man spürt, dass das Projekt langsam in die nächste Phase übergeht.

23.05.2026

Die Vorbereitungen fürs Fillern ziehen sich doch mehr, als ich anfangs gedacht hatte. Nachdem die Türen nun raus sind, ging es erst einmal an die Türeinstiege. Also alles gründlich gereinigt und sauber abgeklebt, damit später dort nichts landet, wo es nicht hingehört. Gerade diese Arbeiten sehen nach außen oft unspektakulär aus, kosten aber am Ende erstaunlich viel Zeit, wenn man es ordentlich machen will.

Die Türkontaktschalter bleiben dabei an ihrem Platz. Das Gummi wird mit den Jahren schnell bröselig, und was noch in gutem Zustand ist, muss man nicht unnötig anfassen. Bei den Schlossfallen der Türen habe ich mich am Ende aber doch gegen einfaches Abkleben entschieden. Also die vier Schrauben raus und die Teile lieber komplett abgenommen. Dahinter sitzt schließlich dieses etwa 10 Millimeter starke Blech mit den Gewinden, damit sich die Schlossfalle später justieren lässt. Genau da war mir das Risiko zu groß, dass mir das Ganze verrutscht und ich hinterher unnötig Theater habe.

Deshalb kam vor dem Lösen der letzten Schraube erst einmal eine Sechskantschraube in ein freies Gewinde. Danach konnte die Schlossfalle runter, und in alle übrigen Gewinde kamen ebenfalls Schrauben, damit dort später kein Lack hineinläuft. Genauso werde ich es auch noch bei den Gewinden der vorderen Türscharniere machen. Im Moment ist dort nur der bewegliche Teil sauber abgeklebt.

Danach habe ich angefangen, die Türaussparungen in der Karosse mit passender Pappe zu verschließen. Das klappt inzwischen immer besser, bleibt aber bei 30 Grad im Zelt trotzdem echte Sch(w)eissarbeit.

Über Pfingsten geht es deshalb weiter mit Reinigen, Abkleben und noch ein bisschen Spachtelarbeit, damit ich hoffentlich in etwa einer Woche tatsächlich mit dem Fillern anfangen kann.

25.05.2026

Im Moment besteht das Projekt vor allem aus einer Arbeit, die gefühlt kein Ende nimmt: abkleben. Aber immerhin ist langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Stück für Stück werden die letzten Bereiche vorbereitet, damit es anschließend endlich mit dem Fillern weitergehen kann. Gerade solche Tage wirken nach außen oft wenig spektakulär, sind am Ende aber entscheidend, wenn das Ergebnis später sauber werden soll.

Und dann gab es noch eine dieser Fragen, an denen man länger hängt, als man vorher denkt: die richtige Position für den rechten Außenspiegel. Nach einigem Austausch im Audi-Clubchat war schließlich klar, wo er sitzen muss. Also wurde noch einmal mehrfach nachgemessen, bevor dann tatsächlich gebohrt wurde. Auf dem Foto wirkt das Ganze zwar etwas schief, in Wirklichkeit sitzt der Spiegel aber gerade. Manche haben ihn auf der rechten Seite weiter hinten montiert – ich wollte es an dieser Stelle aber lieber genau richtig haben.

Wieder so ein kleiner Schritt, der für sich genommen unscheinbar wirkt, am Ende aber genau dazu beiträgt, dass „Karl-Heinz“ Stück für Stück wieder vollständig wird.

31.05.2026

n den letzten Tagen ging es weiter mit den letzten Vorbereitungen fürs Fillern. Am rechten Schweller kamen mehrere dünne Schichten Acrylspachtel drauf, anschließend wurde mit Feinspachtel sauber abgeschlossen. Nach dem Schleifen habe ich die blanken Stellen noch einmal grundiert, damit dort nichts wieder anfängt zu rosten.

Am linken Kotflügel warteten außerdem noch zwei alte Löcher auf ihr Verschwinden. Die waren einmal für einen Zusatzspiegel gedacht, den ich aber nicht mehr montieren werde. Also habe ich die Stelle von innen großzügig mit Spachtel aufgebaut und zur Stabilisierung ein Putzgitter eingearbeitet. Danach wurde die Oberfläche plan geschliffen, mit Feinspachtel nachgearbeitet, noch einmal verschliffen und am Ende ebenfalls mit Grundierung versiegelt. Bis dahin war das alles noch ehrliches, sauberes Handwerk.

Danach kam allerdings der Teil, der einen bei so einem Projekt wieder sehr schnell auf den Boden holt:

Die ersten Versuche mit der Pistole und dem 2K-Epoxy-Filler liefen komplett aus dem Ruder. Auf dem Testkotflügel landeten nur grobe Spritzer, und trotz stundenlangem Probieren mit Pistole, Einmalbechern, Mischungen und Einstellungen wollte einfach kein vernünftiges Spritzbild entstehen.

Immerhin war danach ziemlich klar, woran es lag:

Bei den Temperaturen braucht der Filler deutlich mehr Verdünnung, der bisherige Kompressor liefert auf Dauer schlicht zu wenig Luft, und die Reinigung der Pistolen gehört zwar nicht zu den schönen, aber definitiv zu den notwendigen Arbeiten. Eine eher nebensächliche Erkenntnis gab es auch noch: Audi LD5T Blaumetallic aus den 80ern würde dem 100er vermutlich ebenfalls ziemlich gut stehen.

Die Konsequenz daraus war dann aber immerhin eindeutig:

Es musste ein stärkerer Kompressor her, die passende Verdünnung für den 2K-Filler, und auch die äußeren Bedingungen spielen offenbar eine deutlich größere Rolle, als ich anfangs gedacht habe. Temperaturen um die 20 Grad und möglichst keine direkte Sonne auf dem Zelt sind für solche Arbeiten ganz offensichtlich die deutlich bessere Idee.

Dazu kam noch die Erkenntnis, dass die Siebe in den Deckeln der Einmalbecher viel zu fein sind – dort bleibt nicht nur der unverdünnte Filler hängen, sondern im Zweifel auch gleich noch alles an metallic Partikeln vom Basislack, was eigentlich sauber durch die Pistole auf den Kotflügel sollte. – Gut das die Erkenntnis, dank einer geschenkten Dose metallic-Basislack, die ich noch im Keller hatte, jetzt schon kam, und nicht erst wenn der erste Basislack schon auf der Karosse ist.

Somit werkelt nun ein V2-Kompressor im Garten statt dem Einzylinder. Fühlt sich mit der Pistole auch direkt besser an. Die Drücke und Luftmenge passen nun.

Das gewünschte Ergebnis lässt sich damit inzwischen gut erreichen, und wenn das Wetter mitspielt, geht es im Idealfall vielleicht sogar ganz ohne zusätzlichen Verdünner. Zur Sicherheit werde ich trotzdem wohl mit einem kleinen Anteil von 5-10% arbeiten.

So oder so: Der Weg dahin war zwar mal wieder deutlich holpriger als gedacht, aber genau dafür sind solche Testläufe (und einige alte Kotflügel) eben da.

Filler aufbringen

01.06.2026

Heute war es endlich so weit: der Tag des Fillerns. Lange genug wurde getestet, nachjustiert, diskutiert und an Technik wie Material herumprobiert. Heute passten Wetter, Vorbereitung und Gefühl endlich zusammen, also ging es los. Der Filler wurde nach Vorgabe im Verhältnis 5:1 mit Härter angemischt, dazu kamen noch 10 Prozent Verdünnung. Alles ordentlich verrührt, in die Pistole gefüllt, das Spritzbild auf einem Testkotflügel eingestellt – und diesmal passte es tatsächlich.

Los ging es zunächst mit einem Kotflügel und einer hinteren Tür, jeweils frisch angemischt. Danach wurde umgebaut, und der nächste Kotflügel samt zweiter hinterer Tür bekam ebenfalls seinen Filler. Zwischendurch hieß es immer wieder: Pistole grob reinigen, Material neu ansetzen, weiterarbeiten. Genau diese Abläufe kosten Zeit, sorgen aber eben auch dafür, dass man Stück für Stück sauber vorankommt.

Bei den beiden vorderen Türen kam dann allerdings wieder der Moment, der einen bei so einem Projekt schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholt. In der Hoffnung, beide Türen in einem Zug erledigen zu können, habe ich direkt vier Portionen Filler angemischt. Dabei war ich mit dem Verrühren offenbar nicht geduldig genug.

Das Ergebnis: Die Mischung war nicht sauber genug homogenisiert, und aus der Pistole kam erst einmal wieder eher Rotze als ein vernünftiges Spritzbild. Besonders ärgerlich natürlich ausgerechnet an den vorderen Türen. Also blieb nur, auf dem Testkotflügel so lange weiterzumachen, bis sich das Spritzbild besserte – und erst dann konnten auch die beiden Türen fertig gefillert werden.

Was anfangs noch zu dick war, rächte sich später in die andere Richtung: Die Mischung wurde zunehmend zu flüssig. Entsprechend liefen ausgerechnet auf der Fahrertür die ersten Tränen. Ärgerlich, aber eben auch wieder lehrreich. Immerhin ist es „nur“ Filler und nicht schon der finale Lack.

Nachdem alles ausreichend trocknen konnte, ließ sich die kleine Katastrophe mit dem Schleifpad wieder ganz gut glätten. Die Türkante wurde erneut herausgearbeitet, und dort, wo ich beim Nacharbeiten wieder bis aufs Blech gekommen bin, kam noch eine leichte Schicht Grundierung drauf. Wieder so ein Tag, an dem nicht alles perfekt lief – aber am Ende trotzdem genau die Erkenntnisse gebracht hat, die man für den nächsten Schritt braucht.

02.06.2026

Aus den Fehlern vom Fillern der letzten Tage wurde heute immerhin direkt etwas Nützliches gemacht: gelernt. Diesmal war die Motorhaube an der Reihe. Also die Haube erst einmal vernünftig aufgestellt, mit Druckluft sauber abgeblasen und anschließend gründlich mit Silikonentferner gereinigt. Danach wieder neu angemischt – aber diesmal deutlich geduldiger und sauberer verrührt, bis die Mischung wirklich homogen war. Schon beim Einstellen der Pistole war zu merken, dass es diesmal in die richtige Richtung geht.

Also wurde die Haube zunächst leicht angenebelt, dann an den Kanten begonnen und die große Fläche in einem Zug durchgespritzt. Und genau so soll es am Ende sein: ruhig, gleichmäßig und ohne unnötiges Theater. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Nur an den Lüftungsgittern in der Haube gibt es noch ein paar unschöne Stellen, aber die lassen sich ohne großes Drama noch sauber nacharbeiten.

Parallel dazu ging es auch am Kofferraumdeckel weiter. Dort war der alte Lack an vier Stellen aufgeplatzt, und unter mehreren Schichten aus Spachtel, Lack und Grundierung kamen wieder Roststellen zum Vorschein. Also alles großzügig freigelegt und sauber entfernt. Anschließend wurde zunächst mit 2K-Acrylspachtel aufgefüllt, nach dem Aushärten geschliffen und danach noch einmal mit Feinspachtel nachgearbeitet. Der Feinschliff folgt dann in den nächsten Tagen.

Unterm Strich also endlich mal wieder ein Tag, an dem die Dinge so funktioniert haben, wie sie sollen. Und nach den kleinen Rückschlägen der letzten Filler-Versuche ist genau das dann auch wieder die Sorte Fortschritt, die richtig gut tut.

03.06.2026

Die Kofferklappe war nun das letzte Teil vor der Karosse, das noch seinen Filler bekommen sollte. Bevor es so weit war, standen aber erst noch die letzten Vorbereitungen an, denn ein paar Stellen waren dort kurz zuvor noch gespachtelt worden und mussten entsprechend sauber nachgearbeitet werden.

Dazu kam noch ein kleines Detail, das man leicht übersehen hätte: In der Kofferklappe fehlten die Löcher für die Schriftzüge – also für das „Audi“ auf der linken und das „100 LS“ auf der rechten Seite. Damals wurden die Embleme schließlich nicht einfach geklebt, sondern mit kleinen Kunststoffeinsätzen in passenden Bohrungen im Blech befestigt. Nach etwas Schleifen zeigte sich dann aber, dass die Löcher ursprünglich einmal vorhanden gewesen waren und beim früheren Lackaufbau schlicht verschwunden sind. Statt also neu zu bohren, ließen sie sich mit einem passenden Kreuzschlitzschraubendreher und einem leichten Schlag mit dem Karosseriehammer wieder sauber freilegen.

Anschließend wurden die Stellen noch einmal mit 600er Papier überschliffen, letzte Spachtelreste entfernt und die bearbeiteten Bereiche sauber plan gemacht. Und natürlich konnte ich es mir an der Stelle nicht verkneifen, die beiden Schriftzüge probeweise einmal anzuhalten. Man will ja schließlich auch sehen, wofür man den ganzen Aufwand betreibt.

Danach wurde der Filler angerührt und die Pistole vorbereitet. Und diesmal passte es wirklich: So gut ist mir bislang noch kein Teil gelungen. Der Filler liegt auf der Kofferklappe fast spiegelglatt – so glatt wie man das bei Filler eben sagen kann. Für die nächsten Schleifarbeiten ist das natürlich genau die Art von Ergebnis, die man sich wünscht.

04.06.2026

Bevor die Karosse am langen Wochenende endlich ihren Filler bekommen kann, standen erst noch die letzten Vorbereitungen an. Ganz ohne Schweißgerät ging es dabei allerdings doch nicht. Beim Ausbau der Türen fiel auf, dass die karosserieseitige Halterung des Türfangbands an der Fahrertür komplett ausgebrochen war. Eigentlich ist das Teil von hinten an die Karosse gepunktet, nur kommt man dort in diesem Fall praktisch nicht mehr vernünftig heran. Also blieb nur der pragmatische Weg: Halterung wieder einsetzen, mit vier Schweisspunkten fixieren – zwei oben, zwei unten – und die oberen Punkte anschließend noch etwas zurechtschleifen, damit der Bolzen später auch wieder sauber passt.

Danach ging es an die letzten Abschlussarbeiten mit Anschleifen und Abkleben. Genau diese Schritte wirken nach außen oft unspektakulär, entscheiden am Ende aber mit darüber, ob das Fillern sauber laufen kann oder nicht. Begleitet wurde das Ganze noch von einem kleinen Gewitter, das natürlich prompt wieder alles vollgetropft hat. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich das Wetter beim Fillern am langen Wochenende etwas besser benimmt.

05.06.2026

Heute wurde es dann wirklich ernst.

Alles war vorbereitet, kontrolliert und in Reichweite gelegt. Die Gebinde, die ich brauchte – und sicherheitshalber auch das, was als Reserve noch nötig werden könnte – standen bereit. Die Spritzpistole war montiert, die Karosse noch einmal gründlich mit Druckluft vom Staub befreit und anschließend sauber mit Silikonentferner abgewischt. Danach gab es eigentlich kein Zurück mehr.

Also den Filler portioniert, angerührt, in die Pistole gefüllt – und mit entsprechendem Herzklopfen ging es los. Nach dem Einstellen der Pistole habe ich oben auf dem Dach begonnen und mich dann Stück für Stück nach unten gearbeitet. Gerade an der Karosse war das alles andere als einfach, weil der Filler natürlich auch an all den Kanten, Sicken und Übergängen sauber landen soll. Zwischendurch hieß es immer wieder: neu anmischen, umfüllen, weiterarbeiten.

Nach knapp einer Stunde war ich dann durch. Und unterm Strich kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Ein paar Läufer sind zwar dabei, aber insgesamt ist der Eindruck absolut überzeugend. Irgendwann sieht man vor lauter Weiß ohnehin kaum noch, ob an einer Stelle vielleicht schon genug Material liegt oder ob man noch einmal darübergehen sollte – genau daher kamen dann auch die kleinen Tränen.

Nach knapp einer Stunde war ich fertig. – Ergebnis: Bis auf ein paar Tränen absolut überzeugend. Am Ende hat man vor lauter weiss nicht mehr gesehen ob es nun genug, zu wenig oder zu viel war an manchen Stellen. Daher dann die Tränen.

Das Wichtigste ist aber: Zu wenig ist nirgendwo.

Und alles, was jetzt noch nicht perfekt ist, lässt sich im nächsten Schritt sauber nacharbeiten. Genau so ein Tag ist das dann am Ende – einer mit Respekt davor, mit ein bisschen Anspannung und mit dem guten Gefühl, dass der große Schritt jetzt endlich gemacht ist.

Filler schleifen

06.06.2026

Filler zu schleifen hat ja zunächst fast etwas Beruhigendes. Es ist irgendwie meditativ, auch wenn man dabei natürlich ziemlich nass wird. Aber damit kann man noch gut leben. Wirklich gemein wird es erst in dem Moment, in dem man denkt: Jetzt ist die Fläche endlich glatt.

Dann kommt das schwarze Kontrollpulver drauf – und plötzlich sieht man sehr genau, wie die Wahrheit wirklich aussieht. Spätestens da wird es manchmal schwierig, die Motivation nicht gleich wieder zu verlieren. Noch frustrierender ist eigentlich nur der Moment, wenn man die Fläche endlich wirklich glatt hat und dann merkt, dass vom Filler kaum noch etwas auf dem Blech übrig ist. Dann schimmert stellenweise schon wieder das blanke Metall durch. Ganz große Freude.

Also heißt es an solchen Stellen: wieder eine dünne Schicht Filler drauf und im Zweifel noch einmal von vorn anfangen. Genau das sind die Arbeiten, bei denen man merkt, wie viel Geduld in so einem Projekt eigentlich steckt.

Im Moment ist das Dach mit dem Kontrollschwarz ganz klar mein Endgegner. Aber auch das wird am Ende noch bezwungen.

07.06.2026

Nachdem ich mit der Hand auf dem Dach kaum noch wirklich vorangekommen bin, musste eine andere Lösung her. Also habe ich zum Exzenterschleifer gegriffen und das Dach nass mit 600er Papier bearbeitet. Das hat deutlich besser funktioniert als der Handschliff. Vor allem hilft die harte und ausreichend große Schleifscheibe dabei, gröbere Unebenheiten besser auszugleichen, statt sich immer weiter neue Berge und Täler hineinzuschleifen.

Nachdem das Kontrollpulver nun bis auf ganz wenige Reste ausgeschliffen ist, sieht das Dach inzwischen wirklich gut aus. Ein paar Stellen sind zwar noch nicht ganz perfekt, aber die fallen eigentlich nur dann auf, wenn man mit gerichtetem Licht im genau richtigen Winkel drauf hält. Im normalen Blick wirkt die Fläche inzwischen erfreulich glatt – so glatt, dass selbst das Handy inzwischen Mühe hat, darauf überhaupt noch sauber zu fokussieren.

Auch die A- und C-Säulen sind inzwischen an einem Punkt, mit dem ich gut leben kann. Perfekt ist es vielleicht noch nicht bis ins letzte Detail, aber absolut in einem Bereich, der für mich passt.

Die mit Papier abgeklebten Öffnungen waren durch das Nassschleifen inzwischen komplett durchweicht, also habe ich die Abdeckungen heute erst einmal alle entfernt. Neu abkleben kann man später immer noch. Und wahrscheinlich ist das ohnehin die bessere Lösung, denn falls die hinteren Kotflügel noch einmal etwas Filler bekommen, werde ich beim nächsten Mal deutlich gezielter abkleben. Dann bleiben wirklich nur noch die Stellen frei, die auch tatsächlich bearbeitet werden sollen. Sonst hat man hinterher wieder überall Overspray auf den bereits geschliffenen Flächen – und genau darauf kann ich gut verzichten.

Heißt also: Demnächst steht wohl erst einmal ein Abstecher in den Baumarkt an, um reichlich Malerfolie zu besorgen.

08.06.2026

Nachfillern

Baumarkt – erledigt. Papier, Lappen und reichlich Folie besorgt. Und natürlich wurde das Ganze anschließend auch direkt verarbeitet. Man merkt eben schnell, dass bei solchen Arbeiten nie das Material ausgeht, das man gerade nicht doch noch irgendwo braucht.

Es mussten die beiden hinteren Kotflügel und außerdem die Windleiste vorne unter der Windschutzscheibe noch einmal neu gefillert werden. Die erste Schicht war dort einfach nicht so geworden, wie sie sollte – beziehungsweise an manchen Stellen schon wieder zu weit heruntergeschliffen. Also blieb nichts anderes übrig, als an diesen Bereichen noch einmal neu anzusetzen.

Damit ist es jetzt eben der zweite Versuch. Ärgerlich vielleicht, aber genau solche Schleifen gehören bei so einem Projekt nun einmal auch dazu. Am Ende zählt nicht, dass etwas beim ersten Mal perfekt war, sondern dass es am Schluss ordentlich wird.

Mit der Fillerschicht kann man arbeiten!

Filler Schleifen Teil 2

09.06.2026

Nach dem erneuten Fillern am Vortag ging es direkt wieder ans Schleifen. Der erste Blick auf die nun ausgehärteten Stellen war diesmal erfreulich vielversprechend. Der Filler liegt deutlich glatter als beim ersten Versuch, und genau das merkt man beim Schleifen sofort. Es reichte diesmal aus, einmal Kontrollpulver aufzubringen und dieses sauber auszuschleifen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Damit sind die hinteren Kotflügel und auch die Windleiste inzwischen nahezu fertig. Eine letzte Endkontrolle mit Kontrollpulver wird zwar noch folgen, aber insgesamt passt das jetzt schon sehr ordentlich.

Den Rest des Tages habe ich damit verbracht, die übrigen Stellen zu bearbeiten, die bislang noch nicht geschliffen waren. Dabei zeigte sich dann allerdings auch, dass das komplette Heck ebenfalls noch einmal eine neue Schicht Filler braucht. Also heißt es heute Abend wieder: abkleben, damit morgen der nächste Durchgang mit frisch angerührtem Filler folgen kann.

10.06.2026

Heute bekam das Heck noch einmal eine neue Schicht Filler. Die blanken Stellen wurden vorher vorsichtshalber noch einmal grundiert, damit dort alles sauber geschützt ist, bevor der nächste Aufbau draufkommt.

Heißt also im nächsten Schritt wieder schleifen, sobald alles ordentlich durchgetrocknet ist. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht mehr, denn in zwei Tagen soll die Karosse aus dem Zelt im Garten wieder zurück in die Garage. Bis dahin soll alles fertig geschliffen sein.

Damit das Zelt dann ebenfalls wieder aus dem Garten verschwinden kann, wurden heute die bereits gefillerten Türen, Kotflügel, der Kofferraumdeckel und die Motorhaube trocken in der Garage eingelagert. Bis zur finalen Lackierung im August werden die Teile dann nach und nach noch fertig geschliffen und, falls nötig, auch noch einmal nachgefillert.

So langsam geht es also aus der improvisierten Gartenlackiererei wieder zurück in die geordnete nächste Phase.

11.06.2026

Ein großer Schritt ist geschafft: Die Karosse ist geschliffen. Der Aufwand der letzten Tage war zwar nicht ohne, aber genau solche Etappen sind es, bei denen man am Ende spürt, dass es wirklich vorangeht. Wie gut sich die ganze Arbeit am Ende wirklich ausgezahlt hat, wird sich zwar erst zeigen, wenn im August der Basislack draufkommt – aber der Zwischenstand fühlt sich erst einmal richtig gut an.

Einmal rundherum betrachtet, ist jetzt jedenfalls genau der Punkt erreicht, auf den die ganze Schleiferei hinauslaufen sollte: Die Karosse ist vorbereitet, und damit ist wieder eine dieser Teilphasen abgeschlossen, die auf Bildern oft harmloser aussehen, als sie in Wirklichkeit sind.

Auch der bereits gefillerte Testkotflügel ist inzwischen vorbereitet. Dort gibt es bewusst verschiedene Schleifzustände, um später zu sehen, wie sich der Lack auf den unterschiedlichen Untergründen verhält – also was man am Ende noch sieht und was nicht. Zum Test Lackiert werden, soll er morgen.

Und wie so oft bei diesem Projekt ist auch die Qualitätsmanagerin fast immer mit dabei. Dass damit natürlich nicht irgendeine offizielle Kontrollinstanz gemeint ist, sondern die vierbeinige Aufsicht aus dem eigenen Haus, gehört bei „Karl-Heinz“ inzwischen wohl einfach dazu.

12.06.2026

Testlackierung

Heute war der Moment gekommen, auf den die ganze Arbeit der letzten Wochen hinausgelaufen ist: der erste richtige Lacktest. Nicht nur ein bisschen probieren, nicht nur Material anrühren und die Pistole einstellen – sondern einmal den kompletten Ablauf so durchziehen, wie er später auch an den eigentlichen Teilen funktionieren soll. Erst Basislack, dann Klarlack. Genau dafür war der Testkotflügel da. Und genau deshalb war heute auch ein Stück weit ein Tag der Wahrheit.

Natürlich schaut man in so einem Moment ganz anders auf das Ergebnis als irgendein Außenstehender. Von Weitem sieht es gut aus, und trotzdem wandert der Blick sofort zu den Stellen, die eben noch nicht so sind, wie sie sein sollen. Vermutlich war eine Schicht Basislack zu wenig drauf oder die einzelnen Gänge waren noch etwas zu dünn. Dadurch zeigt sich an manchen Stellen eine leichte Wolkigkeit. Nichts, was einem direkt ins Gesicht springt – aber eben sichtbar, wenn das Licht im richtigen Winkel auf die Fläche fällt.

Im ersten Moment ist so etwas natürlich frustrierend. Gerade dann, wenn man weiß, wie viele Stunden Vorbereitung, Schleifen, Fillern und Nacharbeiten in diesem einen Probestück stecken. Aber genau dafür gibt es solche Testläufe. Lieber jetzt an einem Kotflügel erkennen, was noch nicht ganz passt, als später an den eigentlichen Teilen. Und genau deshalb war auch dieser Tag am Ende kein Rückschritt, sondern ein wichtiger Schritt nach vorn. Denn jetzt ist klarer als vorher, worauf beim nächsten Lackgang noch mehr geachtet werden muss.

13.06.2026

Auszug aus dem Garten

Heute ist Karl-Heinz wieder aus seinem Zelt im Garten ausgezogen. Und einfach war das Ganze nicht.

Zuerst musste eine Seitenwand des Zelts weichen, danach wurden drei Stützen entfernt, damit die Karosse überhaupt erst einmal neben das Zelt bewegt werden konnte. Anschließend war das Zelt selbst schnell zerlegt, die Pergola von der Terrasse in den Garten umgesetzt und Tisch und Stühle mussten ebenfalls weichen, damit überhaupt wieder genug Platz entstand, um Karl-Heinz in Richtung Straße zu bekommen. Allein daran merkt man schon, dass so ein Rückzug aus der improvisierten Gartenwerkstatt deutlich mehr ist als nur „mal eben umparken“.

Die eigentliche Herausforderung war dann, genau den einen Winkel zu finden, in dem sich die Karosse rückwärts wieder zwischen Garage und Hauswand herausmanövrieren lässt, ohne den aufwendig geschliffenen Filler gleich wieder mit neuen Kratzern zu versehen. Dabei hat sich die kleine Winde als echte Hilfe erwiesen. Damit ließ sich alles deutlich präziser und kontrollierter bewegen, als man es von Hand hätte schieben können. Nach ungefähr zwei Stunden war die Karosse schließlich wieder in der Einfahrt.

Von dort ging es über ein kurzes Stück Straße zurück auf den Trailer und anschließend wieder in die Garage. Damit ist diese Phase im Garten nun erst einmal abgeschlossen. In den nächsten Wochen liegt der Fokus dann auf den restlichen Teilen: Türen, Haube, Kotflügel und Kofferraumdeckel warten schließlich auch noch darauf, fertig geschliffen zu werden.

15.06.2026

Filler und die Türen

Nachdem die Karosse nun wieder in der Garage steht, wird es Zeit, sich den anderen bereits gefillerten Teilen zu widmen. Und was ich beim Schleifen der Karosse gelernt habe, zahlt sich jetzt direkt wieder aus. Genau das ist ja das Gute an so einem Projekt: Mit jedem Abschnitt wird man ein kleines Stück sicherer in dem, was man tut.

Bei den Türen zeigt sich allerdings auch schnell, dass der Filler dort eher in die Kategorie „erste Versuche“ fällt. Also hieß es heute erst einmal, in einen sauberen Arbeitsablauf hineinzufinden. Tür auf den Ständer, die großen Flächen nass mit 600er Papier und dem Exzenterschleifer vorgeschliffen, Ecken, Kanten und Rahmen von Hand nachgearbeitet, danach alles gesäubert, abgewischt und zum Trocknen wieder weggehängt. Und das dann einmal für alle vier Türen.

Anschließend bekamen die wieder trockenen Türen ihr Kontrollpulver. Spätestens da sieht man dann bekanntlich sehr genau, wie die Wahrheit aussieht. Also ging es wieder von unten nach oben mit dem Exzenterschleifer über die Flächen, um die Unebenheiten sauber herauszuarbeiten, während Kanten und Übergänge erneut in Handarbeit erledigt wurden. So richtig entspannt ist das natürlich nicht immer – aber genau an solchen Stellen entscheidet sich am Ende, ob es wirklich ordentlich wird.

Weil die Türen bislang nur eine Schicht Filler bekommen hatten, kamen beim Schleifen an der einen oder anderen Stelle natürlich wieder Blech oder Grundierung zum Vorschein. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Türen werden bei nächster Gelegenheit noch einmal gefillert. Und ich gehe im Moment stark davon aus, dass Kofferraumdeckel und Motorhaube am Ende auf denselben Behandlungsschritt hinauslaufen werden. Immerhin ist genug Fillermaterial da – daran soll es also nicht scheitern.

16.06.2026

Filler und die Heckklappe

Machen wir es kurz: Filler und Kofferraumdeckel. Und wie so oft zeigt sich auch hier erst beim Schleifen, wo die eigentlichen Baustellen wirklich sitzen.

Die größte Herausforderung bleiben die vier Bereiche an der Heckklappe, die aufgeplatzt waren und deshalb komplett herausgeschliffen werden mussten. Dort war schon früher einmal gespachtelt worden, dieser alte Spachtel war aufgebrochen, und darunter saß wieder Rost. Beim Neuaufbau ließ sich das Ganze zunächst nicht hundertprozentig glatt hinbekommen – mit dem Finger waren die Unebenheiten noch spürbar.

Nach dem Schleifen des Fillers sieht die Sache jetzt aber deutlich besser aus. Die Unebenheiten sind nicht mehr fühlbar, und genau das ist an dieser Stelle erst einmal die wichtigste Nachricht. Ganz fertig ist die Kofferraumklappe damit allerdings noch nicht: Eine weitere Lage Filler wird sie trotzdem noch bekommen müssen, damit die Fläche am Ende wirklich sauber steht.

23.06.2026

Filler zum vorletzten mal

Heute standen Motorhaube und die beiden Kotflügel auf dem Plan. Also erst einmal alles aus der Garage geholt und wie schon bei den letzten Durchgängen vorgeschliffen. Danach kam wieder Kontrollpulver drauf, und dann hieß es: mit dem Exzenterschleifer alles bearbeiten, was sich vernünftig maschinell schleifen lässt, und den Rest wie gewohnt von Hand nacharbeiten. Genau dieser Mix aus Maschine und Handarbeit ist es ja inzwischen, der sich am besten bewährt hat.

Nachdem alles wieder trocken war, wurden die Teile entfettet und anschließend mit einer neuen Lage Filler versehen. Diesmal lag der Fokus noch stärker auf den Kanten, weil ich dort an einigen Stellen beim Schleifen schon wieder zu weit gekommen war. Gerade an solchen Bereichen merkt man immer wieder, wie schnell man mehr wegnimmt, als man eigentlich wollte.

Den Filler habe ich diesmal übrigens ohne Zelt aufgetragen. Und unterm Strich kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Zufriedenstellend trifft es ganz gut. Jetzt fehlen im Grunde nur noch die vier Türen, die ebenfalls noch einmal nachgefüillert werden müssen. Danach ist dieses Kapitel dann endlich abgeschlossen.


to be continued…