Vorarbeiten
02.08.2026
Heute stand erst einmal Organisation auf dem Plan.
Inzwischen fliegen in diversen Kisten und Tüten unzählige Dinge herum – manches ordentlich sortiert, vieles eher weniger. Das ganze Werkzeug, die Gebinde und das Zubehör fürs Fillern, Schleifen und Lackieren konnten nun endlich wieder zurück in den Keller. Und ganz ehrlich: Ich hoffe, dass ich das zumindest für den Audi so schnell nicht mehr brauchen werde.
Danach ging es zur Großgarage. Dort habe ich erst einmal einen ganzen Schwung Werkzeug abgeladen, das vorerst nicht mehr benötigt wird – zum Beispiel den Federspanner. Dafür kamen viele der Teile mit zurück, die nun nach und nach wieder eingebaut werden können.
Fahrwerk
Ganz oben auf der Liste standen die vorderen Federbeine. Die hatte ich bereits im Winter überholt und seitdem gut verpackt eingelagert. Jetzt durften sie endlich wieder an ihren Platz.
Der Wechsel verlief erstaunlich entspannt und hatte fast schon etwas Meditatives. Nach etwas mehr als einer Stunde waren beide Federbeine ausgetauscht.
Dafür wurde zunächst der jeweilige Kotflügel abgenommen – der war ohnehin noch nicht endgültig befestigt. Anschließend kamen die drei Schrauben am Federdom und die Schraube heraus, mit der der Stoßdämpfer im Querlenker fixiert ist. Danach ließ sich das alte Federbein herausnehmen und das überholte einsetzen.
Alle Schrauben wieder befestigt, die Räder gereinigt und montiert – und schließlich durfte Karl-Heinz wieder auf eigenen Beinen stehen.
Die Höhe ist übrigens exakt dieselbe wie zuvor. Also alles so, wie es sein soll.





Und weil ich natürlich nicht abwarten konnte, kamen anschließend auch noch die Radzierblenden auf die Felgen und die Chromleiste an die Motorhaube.
Es sind eigentlich nur zwei kleine Details, aber der Unterschied ist enorm. Mit den Radzierblenden und dem Chrom sieht das Ganze plötzlich deutlich weniger nach Baustelle und viel mehr nach einem fast fertigen Auto aus.


Kleinteile und Dichtungen
03.08.2026
Ich kann die Finger einfach nicht stillhalten.
Überall stehen inzwischen Kisten mit ausgebauten Kleinteilen, mehrere Kartons voller Dichtungen und unzählige kleine Tüten. Darin liegen Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben – zum Glück meist zusammen mit einem kleinen Zettel, auf dem steht, wohin das alles später wieder gehört.
Als Erstes fiel mir die Dichtung der Fahrertür in die Hände. Also wurde nicht lange überlegt, sondern direkt eingebaut.



Danach war die Kofferraumdichtung an der Reihe. Sie entspricht zwar nicht exakt dem Original, kommt diesem aber sehr nahe und liegt vor allem über die gesamte Fläche sauber an. Damit sollte der Kofferraum später wieder zuverlässig dicht sein.


Auch die beiden Wischwasserdüsen fanden ihren Platz im Windlauf unterhalb der Windschutzscheibe wieder. Diese kleinen „Nupsies“ hatte ich besonders gut weggepackt – und das aus gutem Grund. In dieser Ausführung wurden sie bei dem Modell nur etwa zwei Jahre lang verwendet. Danach wanderte die Wischwasserdüse als gemeinsame Einheit in die Motorhaube.
Entsprechend selten sind die beiden kleinen Teile heute. Fast schon Goldstaub.

Bereits beim Kauf fehlte die hintere Dichtung zwischen Windfang und Motorhaube. Ersatz hatte ich zwar schon vor mehr als einem Jahr besorgt, eingebaut wurde sie aber erst jetzt.
Auch die Dichtung an der Spritzwand war nicht mehr zu gebrauchen. Originalen Ersatz gibt es dafür praktisch nicht, da diese Dichtung ab Werk aufgeklebt wurde. Also kam eine neue Dichtung zum Einsatz, die in Form und Höhe möglichst nah an das Original herankommt.
Das Ergebnis ist erstaunlich gut. Die Dichtungen sitzen so stramm und sauber, dass die Motorhaube beim Betätigen des Hebels im Innenraum inzwischen sogar ein Stück nach oben springt.
Das hat sie vorher nicht gemacht.

Nachdem das Kabel der Kennzeichenbeleuchtung bereits wieder durch die Kofferraumklappe gezogen war, konnten auch die beiden Leuchten montiert werden. Vorher wurden die Glühlampen natürlich noch einmal durchgemessen – wenn die Teile schon einmal ausgebaut auf der Werkbank liegen, soll schließlich später nicht gleich wieder alles auseinander müssen.

Türen
Da noch etwas Zeit übrig war, kamen anschliessend auch die restlichen Türdichtungen an ihren Platz. Dabei fiel mir auf, dass die Verkleidungen der B-Säulen im Grunde nur von den Dichtungen gehalten werden.
Also noch einmal in den Keller, die Verkleidungen hervorgeholt und ebenfalls direkt eingebaut. Wieder ein paar Teile weniger in den Kisten – und ein paar Teile mehr zurück an Karl-Heinz.

Nach dem Abendessen ging es dann bei einem gemütlichen Bier in der Garage noch an die beiden Hauptscheinwerfer. Beide wurden zerlegt und gründlich gereinigt, der Chrom wieder aufpoliert und anschließend neue Glühlampen eingesetzt.
Es sind viele kleine Arbeiten, die für sich allein kaum auffallen. Aber mit jeder montierten Dichtung, jeder Leuchte und jedem zurückgekehrten Kleinteil sieht Karl-Heinz ein kleines Stück vollständiger aus.




04.08.2026
Teil für Teil und Schraube für Schraube findet langsam wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück.
Den Anfang machten heute die beiden Scheinwerfer, die ich gestern noch zerlegt, gereinigt und aufgearbeitet hatte. Jetzt sitzen sie wieder in der Front. Auch die Blinker wurden bereits angeschlossen, obwohl ihr eigentlicher Einbauort – die Stoßstange – noch fehlt. Aber solange die Front noch so gut zugänglich ist, kommt man deutlich besser an die Anschlüsse heran.


Danach waren die Chromrahmen der Türfenster an der Reihe. Die werden tatsächlich auf den Rahmen aufgeschlagen. Mit dem kleinen Karosseriehammer ging das zwar vorsichtig und kontrolliert, trotzdem fühlt es sich schon etwas merkwürdig an, auf den frischen Lack wieder etwas mit dem Hammer aufzutreiben.
Aber es gehört nun einmal so.



Anschließend kamen auf der Beifahrerseite noch die Türfangbänder hinein. Die hatte ich bislang tatsächlich völlig vergessen. Damit ist nun endlich ausgeschlossen, dass die Türen beim Öffnen bis an die Karosse schlagen – ein Risiko, das in den vergangenen Tagen durchaus bestanden hat.
Der kleine Bolzen des Fangbands wird unten mit einem winzigen Sprengring gesichert. So schlecht, wie der Ring beim Ausbau herunterging, ließ er sich erwartungsgemäß auch wieder montieren. Eine Konstruktion, die heute vermutlich niemand mehr genau so herstellen würde.



Beim Zerlegen der Türen hatte ich mir vorsichtshalber die genaue Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte notiert. Das erwies sich jetzt als ausgesprochen hilfreich, denn beim Zusammenbau der Beifahrertür musste tatsächlich einiges wieder in der richtigen Reihenfolge an seinen Platz.
Zuerst kam die innere Gummileiste hinein. Danach folgte die senkrechte Fensterlaufschiene, die sich mit etwas Silikonspray deutlich leichter einsetzen ließ. Anschließend wurde die Scheibe von oben in die Tür eingefädelt und wieder in die Führung des Fensterhebers eingesetzt. Die Führung hatte ich vorher gründlich gereinigt und beim Zusammenbau mit frischem Lithiumfett versehen.


Danach folgten die äußere und die innere Fensterschachtleiste, das Dreiecksfenster und schließlich die vordere Fensterlaufschiene, die gleichzeitig das Dreiecksfenster fixiert. Oben im Rahmen wird sie mit einer kleinen Schraube arretiert.
Sämtliche Gummiteile bekamen vorher etwas Silikonfett. Damit ließen sie sich deutlich leichter dorthin bewegen, wo sie am Ende auch sitzen sollen. Anschließend die Scheibe probeweise hochgekurbelt – passt.
Der Rest ging danach vergleichsweise schnell: Türpappe montiert, Verriegelungsknopf aufgeschraubt, Fensterkurbel, Griff und Türöffner befestigt.
Damit ist die Beifahrertür tatsächlich wieder komplett.


Eigentlich wollte ich direkt mit der hinteren Tür weitermachen. Dann fiel mein Blick allerdings auf den Batterieträger – und damit auf eine Arbeit, die ebenfalls noch erledigt werden sollte.
Batterietrennschalter
Schon länger war geplant, einen Batterietrennschalter einzubauen. Schließlich besitzt Karl-Heinz eine analoge Uhr, die auch bei längerer Standzeit weiterläuft und dabei langsam, aber sicher die Batterie leert.
Der Schalter lag bereits zusammen mit den benötigten Kabeln in der passenden Kiste. Also kurzerhand ein Loch in das Stehblech hinter der Rückbank gebohrt, den Schalter montiert, angeschlossen und getestet.
Funktioniert.
Und ganz nebenbei ist das sogar eine einfache Wegfahrsperre: Nimmt man den Griff des Schalters einfach mit, lässt sich die Batterie nicht mehr zuschalten.



Am Abend ging es dann noch einmal zur Großgarage. Dort habe ich sämtliche noch verbliebenen Teile abgeholt – bis auf Rückbank und Sitze – und bereits zu Hause eingelagert.
Ich habe wenig Lust, beim weiteren Zusammenbau irgendwann festzustellen, dass ausgerechnet irgendwo noch eine Tüte mit Schrauben, Klammern oder anderen Kleinteilen fehlt.
Also lieber jetzt alles zusammenholen, bevor später wieder die große Suche beginnt.
05.08.2026
Der Zusammenbau läuft im Moment fast schon verdächtig glatt. Keine größeren Katastrophen, keine unerwarteten Rückschläge – stattdessen findet ein Teil nach dem anderen wieder seinen Platz. So darf es gerne weitergehen.
Zuerst habe ich mich um die Chromblende an der Front und die hintere Stoßstange gekümmert. Die Stoßstange war bereits im Winter aufgearbeitet worden und konnte nun endlich wieder montiert werden. Zwischen Karosse und Halter an der Stosstange kam vorsichtshalber etwas Moosgummi, damit dort später nichts scheuert oder den frischen Lack beschädigt.
Anschließend fanden auch die beiden Rückleuchten wieder zurück an ihren Platz.





Inzwischen sind alle vier Türen wieder vollständig zusammengebaut. Es fehlen nur noch die äußeren Türgriffe, die aber bewusst erst nach der Politur montiert werden. So kommt man beim Finish besser an die Flächen heran und läuft nicht Gefahr, die Griffe direkt wieder mit Politur zu verzieren.
Je nach Perspektive sieht Karl-Heinz mittlerweile sogar von innen wieder erstaunlich deutlich nach Auto aus.


Benzinleitung
Auch die neue Benzinleitung, die Karl-Heinz noch bekommen soll, liegt inzwischen über weite Strecken unter dem Auto. Am überholten Schweller habe ich mit M5-Gewindenieten und etwas Stahlband passende Halterungen gebaut. Damit ließ sich die Leitung sauber bis in den Motorraum führen.
Die endgültige Montage folgt in den nächsten Tagen. Vorher muss allerdings noch der Tank gründlich ausgespült werden.



/Front- und Heckscheibe
Die nächste größere Aufgabe war der Einbau von Windschutz- und Heckscheibe.
Beide Scheiben wurden zunächst gründlich gereinigt und von den alten Dichtungsresten befreit. Danach kamen die neuen Dichtungen auf die Scheiben. In die Dichtungen wurde jeweils eine Wäscheleine mit Stahlseele eingelegt, mit deren Hilfe sich die Dichtung beim Einsetzen später nach innen über den Scheibenrahmen ziehen lässt.
Aus der Audi-Gruppe kam außerdem der Tipp, dafür das Montagefett zu verwenden, mit dem beim Reifenhändler die Reifen auf die Felgen gezogen werden. Mein Weg führte deshalb morgens erst einmal zum örtlichen Reifendealer. Gegen einen kleinen Beitrag für die Kaffeekasse bekam ich dort ein Stück aus dem großen Eimer mit.
Bevor die Scheibe ins Auto kann, muss zunächst noch der Keder in die Dichtung eingesetzt werden. Erst danach kann das komplette Paket an seinen Platz.
Die Heckscheibe stellte sich dabei zunächst etwas zickig an. Erst beim vierten Versuch saß sie endlich so, wie sie sollte. Entscheidend war, oben in der Mitte zu beginnen und die Wäscheleine zunächst bis über die erste obere Ecke herauszuziehen. Danach ging es diagonal weiter über die gegenüberliegende untere Ecke. Gleichzeitig muss von außen jemand vorsichtig gegen die Scheibe drücken, damit sich die Dichtung gleichmäßig und sauber in den Rahmen setzt.




Nachdem wir – meine Nachbarn und ich – an der Heckscheibe so einiges gelernt hatten, lief es bei der Windschutzscheibe deutlich entspannter. Die saß tatsächlich direkt beim ersten Versuch ordentlich im Rahmen.

06.08.2026
Innenraum
Die Verkleidungen der A- und C-Säulen waren beim Kauf des Audi zwar dabei, wirklich schön waren sie allerdings nicht mehr. Zum Glück hatte der Schlachter deutlich bessere Teile zu bieten, die ich damals natürlich aufgehoben hatte. Genau die fanden nun ihren Platz im Auto.
Auch das Armaturenbrett ist nach langer Zeit endlich wieder dort, wo es hingehört. Und allein solche Teile sorgen sofort dafür, dass der Innenraum wieder deutlich mehr nach Auto und weniger nach leerer Karosse aussieht.



Motor und Kühlwasser
Technisch ging es ebenfalls weiter. Die alte Benzinleitung bestand tatsächlich nur aus einer Kunststoffleitung und wurde nun endgültig durch eine vernünftige ummantelte Benzinleitung ersetzt. Am Unterboden entlang läuft sie über die selbst gebauten Halterungen bis nach vorne zum Benzinfilter.
Und dann wurde es langsam ernst: 20 Liter frisches Super Plus fanden ihren Weg in den Tank.



Damit war der Moment gekommen, den Motor wieder zum Leben zu erwecken.
Und Karl-Heinz machte es erfreulich unkompliziert. Der Motor sprang recht schnell und sauber an und durfte anschließend erst einmal in Ruhe im Stand warm laufen.
Bis mir auffiel, dass Kühlwasser herausgedrückt wurde.
Nur leider nicht dort, wo es eigentlich herauskommen sollte, sondern direkt am Kühlerdeckel.
Normalerweise wird überschüssiges Kühlwasser durch den dafür vorgesehenen Schlauch neben dem Einfüllstutzen abgeführt. Nur tat sich dort überhaupt nichts.
Was soll an so einem simplen Schlauch schon kaputtgehen?
Die Antwort darauf hätte ich vermutlich auch nach längerem Nachdenken nicht erraten.
Beim genaueren Blick in den Einfüllstutzen zeigte sich nämlich, dass sich tatsächlich eine Biene den Ablauf als Nistplatz ausgesucht hatte. Das kleine Kunstwerk war derart massiv gebaut, dass der Schlauch komplett zugesetzt war.
Also erst den Ablauf am Kühler reinigen und anschließend auch noch den Schlauch kontrollieren.


Danach war wieder alles so, wie es sein sollte: kein herausgedrücktes Kühlwasser mehr und alles dicht.
Die Geschichte mit der Biene war allerdings Grund genug, vorsichtshalber auch sämtliche anderen Schläuche zu kontrollieren, die vom Fahrzeug nach draußen führen.
Und tatsächlich: Auch die Tankentlüftung war auf dieselbe Art verschlossen worden.
Damit war dann nebenbei auch endlich erklärt, warum beim Ausbau des Tankgebers damals Überdruck im Tank gewesen war. Manchmal hängen die merkwürdigsten Beobachtungen eines Projekts eben erst Monate später plötzlich zusammen.

Ansonsten bin ich mit dem Motorlauf wirklich zufrieden. Genau das wollte ich auch erst einmal überprüfen, bevor Zündkerzen und Zündkabel erneuert werden. So gibt es einen vernünftigen Vergleich zwischen vorher und nachher und man weiß im Zweifel, ob eine Veränderung tatsächlich von den neuen Teilen kommt.
Nachdem der Motor sauber lief, durften deshalb vier neue Zündkerzen samt neuen Kabeln in den Motorraum einziehen.

Innenraum Teil 2
Danach ging es wieder zurück in den Innenraum.
Die alte Dämmung auf der Fahrerseite war gebrochen und ohnehin nicht mehr zu retten. Bei den aktuellen Temperaturen ließ sie sich erfreulich gut entfernen. An ihre Stelle kam nun neues Alubutyl, damit der Bereich wieder ordentlich gedämmt ist.


Und damit war endlich der Zeitpunkt gekommen, an den Teppich zu gehen.
Der maßgefertigte Satz war bereits im Frühjahr bestellt worden und wartete seitdem auf seinen Einsatz. Auf den ersten Blick erinnerte das Ganze allerdings eher an ein ziemlich interessantes Puzzle, bei dem sich nicht jedes Teil sofort erschließt.
Aber zumindest die großen Matten fanden recht schnell ihren Platz – und allein damit verändert sich der Innenraum enorm. Plötzlich sieht es dort nicht mehr nach Baustelle aus, sondern wieder nach einem Auto, in das irgendwann tatsächlich Sitze gehören.



Zum Abschluss bekam Karl-Heinz dann noch seinen Kühlergrill zurück. Eigentlich nur, weil ich draußen auch noch etwas sichtbar fertigstellen wollte.
Sieht schließlich gleich deutlich besser aus.


Dass ich genau diesen Kühlergrill in nächster Zeit noch ein paarmal wieder abbauen würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.
Aber hey – wäre ja auch langweilig, wenn jetzt einfach alles nur noch glattlaufen würde. 🙂
07.08.2026
Reifen
Manchmal ändern sich die Pläne schneller, als man sie machen kann.
Die von meinem Papa gesponserten neuen Reifen kamen nämlich deutlich schneller als erwartet. Gerade einmal einen Tag nach der Bestellung stand der freundliche DPD-Fahrer schon mit vier Reifen in der Einfahrt.
Nun gut – dann wird eben spontan umgeplant.
Karl-Heinz kam also erst einmal auf vier Böcke und wurde seiner Räder beraubt. Die vier alten Räder wanderten in den Kofferraum des Jeeps, die vier neuen Reifen auf die Rückbank – und dann ging es ab zu PitStop.
Und der Laden machte seinem Namen tatsächlich alle Ehre: Keine halbe Stunde später waren die alten Reifen runter, die neuen montiert und alle vier Räder direkt ausgewuchtet. Kleiner schneller Boxenstopp.
Perfekt. Wieder ein Punkt weniger auf der Liste.



Knieschutz, Ablagen und Teppich
Danach ging es im Innenraum weiter.
Der Unterbau des Armaturenbretts – Knieschutz, Ablagen und die ganzen dazugehörigen Teile – lag bereits beim Kauf ausgebaut im Audi. So wie leider ziemlich viele Dinge im Innenraum. Entsprechend durfte ich jetzt erst einmal herausfinden, in welcher Reihenfolge das Ganze eigentlich wieder zusammengehört.
Es brauchte ein paar Anläufe und etwas Fummelei, aber irgendwann war die richtige Reihenfolge gefunden und sämtliche Teile saßen wieder dort, wo Audi sie vor vielen Jahrzehnten einmal vorgesehen hatte.
Und ganz nebenbei habe ich dabei tatsächlich auch den Aschenbecher gefunden. Der sitzt unterhalb der Lüftungsschieber und lässt sich dort einfach herausziehen.
Auch die originale Betriebsanleitung liegt inzwischen wieder im Auto. Irgendwie nur eine Kleinigkeit – aber genau solche Details machen mir beim Zusammenbau gerade besonders viel Spaß.

Danach ging es mit dem Teppich weiter.
Das anfangs noch ziemlich rätselhafte Puzzle wurde tatsächlich mit jedem eingebauten Teil verständlicher. Je mehr Verkleidungen ihren Platz fanden, desto deutlicher wurde auch, wo die einzelnen Teppichteile hingehören.
Am Ende saßen tatsächlich alle Elemente. Die Verkleidungen der Innenschweller passen perfekt und ihre Halter fixieren gleichzeitig den Teppich. Hier und da musste noch etwas zugeschnitten und angepasst werden, aber letztlich fand jedes Teil seinen vorgesehenen Platz.
Eine kleine zusätzliche Herausforderung war noch der nachgerüstete Batterietrennschalter. Der musste natürlich ebenfalls sauber durch den neuen Teppich geführt werden.
Danach durften endlich auch die Rückbank und die beiden vorderen Sitze wieder ins Auto.
Und damit passiert im Innenraum gerade etwas, das nach der langen Zeit mit nacktem Blech fast ungewohnt wirkt:
Es sieht wieder nach einem richtigen, vollständigen Auto aus.






Zum Schluss kamen noch die Embleme zurück an ihren Platz – die Schriftzüge auf die Kofferraumklappe und das entsprechende Audi-Emblem auf den rechten Kotflügel.
Eigentlich sind das nur ein paar kleine Teile. Optisch machen sie aber wieder einen erstaunlich großen Unterschied.
Und damit ist Karl-Heinz – bis auf einige wenige Kleinigkeiten – tatsächlich fertig für die HU.
Wenn ich daran denke, wie das Auto noch vor wenigen Monaten zerlegt, geschweißt, geschliffen und teilweise bis aufs nackte Blech vor mir stand, fühlt sich dieser Satz schon richtig gut an.
Die Hauptuntersuchung ist jetzt der nächste große Meilenstein auf dem Weg zurück auf die Straße – und damit endlich auch zur regulären Zulassung auf seine eigenen Kennzeichen.



Kennzeichen
Apropos Kennzeichen: Auch dieses Thema war von Anfang an erstaunlich dynamisch.
Mein eigentlicher Favorit wäre DIN-LS 100 oder DIN-KH 100 gewesen. Das hätte zum Audi natürlich ziemlich perfekt gepasst. Zusammen mit dem H am Ende funktioniert das allerdings nicht, weil das Kennzeichen dann zu viele Zeichen hätte.
Also gingen die Überlegungen weiter.
DIN-LS 70, DIN-KH 70, DIN-AU 70, DIN-A 100 oder auch DIN-C 1 wären alles schöne Varianten gewesen.
Leider war davon nichts mehr verfügbar.
Am Ende ist es deshalb DIN-C 10 geworden.
Mit dem späteren H dahinter bleibt das Kennzeichen noch kurz – und wenn man möchte, kann man in der „C 10“ eben das „C1“ erkennen.
Damit steht nun also auch fest, unter welchem Kennzeichen Karl-Heinz hoffentlich schon bald wieder ganz offiziell auf die Straße darf.
Und dieser Moment rückt gerade verdammt schnell näher.
09.08.2026
Die Restlichen Kleinigkeiten
Es ist Sonntag, das Wetter ist gut – eigentlich wäre also eher Garten als Garage angesagt gewesen.
Aber dann fiel mir die Tüte mit den Halterungen für die Chromleisten in die Hände. Also dachte ich mir: Machen wir die eben noch sauber und schauen einmal, wie viele Innenstücke überhaupt noch vorhanden sind. Beim Ausbau war davon schließlich doch einiges verloren gegangen.
Am Ende war die Rechnung recht eindeutig: 50 Halter werden gebraucht, 60 sind vorhanden – auch dank der Teile vom Schlachter. Bei den Innenstücken sah es allerdings deutlich schlechter aus. Davon waren nur noch 26 übrig.
Dabei sind die eigentlich denkbar simpel aufgebaut: im Grunde nur ein kleiner Stift, etwa 10 Millimeter lang und 4 Millimeter dick.
Also kurz in den Keller geschaut, was sich dafür zweckentfremden ließe. Und tatsächlich fand sich in der Modellbauecke noch passendes Material: Kunststoff-Rundleisten mit exakt 4 Millimetern Durchmesser. Die passten perfekt und ließen sich wunderbar zuschneiden.
Damit hat nun jede Zierleiste wieder genau die Halterungen, die sie braucht.



Die Zierleisten selbst hatte ich damals von einem Schlachter gekauft – also genau von dem Schlachter, den ich ein paar Wochen später dann sogar komplett für kleines Geld abgeholt habe.
Warum überhaupt „neue“ Zierleisten?
Beim Kauf des Audis waren zwar Leisten montiert, allerdings vom Facelift-Modell ab 1973. Diese haben im unteren Bereich eine Gummilippe. Mir gefallen die Leisten vom Vor-Facelift einfach besser, und vor allem gehören sie nun einmal zu diesem Modell. Also war klar, dass die richtigen Leisten früher oder später ans Auto müssen.
Und weil ich im Winter irgendwie „vergessen“ hatte, die Zierleisten schon zu polieren, ging es jetzt im Fließbandverfahren weiter: Leiste raussuchen, bei Bedarf vorsichtig wieder richten, mit Chromputz reinigen und anschließend entscheiden, auf welche Seite des Autos sie kommen soll. Die etwas weniger guten Exemplare durften auf die Beifahrerseite.



Mit der großen Chromleiste am Schweller bin ich genauso verfahren.
Auch die Dachzierleiste bis zur C-Säule wurde gereinigt und provisorisch am Auto montiert. Dort fehlt im Moment nur noch die Niete, die den Anfang der Leiste arretiert. Aber die ist bereits unterwegs.
Als Letztes hielt ich dann noch die Hupe in der Hand. Die hatte ich schon vor ein paar Tagen aus der Garage mit nach Hause genommen. Offenbar hatten sich auch dort irgendwann einmal Wespen oder Bienen häuslich eingerichtet.
Zum Glück ließ sich die Hupe erstaunlich gut zerlegen. Alle Schrauben gingen auf, und weil sich das Horn in der Mitte öffnen ließ, konnte ich die komplette Hupenschnecke gründlich reinigen.



Anschließend wanderte die Hupe wieder zurück an ihren Platz im Auto. Damit sitzt nun wieder eines der letzten fehlenden Puzzleteile dort, wo es hingehört.
Testen konnte ich sie allerdings noch nicht – es ist schließlich Sonntag. Das hebe ich mir dann lieber für morgen auf dem Weg zur HU auf.
Alles Weitere, was später noch kommt, läuft dann als separates Kapitel. Die Hupe wird zum Beispiel ohnehin noch einmal umziehen müssen, weil an ihrer jetzigen Stelle später der Ölkühler sitzen soll.
Aber fürs Erste gilt:
Zusammenbau abgeschlossen.
Und damit durfte dann endlich auch der Dackel auf die Heckablage.

Hier geht es dann weiter: