100 LS – Lackierung

Vorbereitungen fürs Fillern

15.05.2026

Nachdem die Schweißarbeiten nun abgeschlossen sind, geht es endlich an den Lack. Und genau das wird vermutlich die größte Herausforderung des ganzen Projekts – und ganz sicher auch eine der arbeitsintensivsten Baustellen.

Weil mir dafür leider keine Halle zur Verfügung steht, in der ich in Ruhe schleifen und fillern kann, musste eine provisorische Lösung her. Also durfte das alte Partyzelt wieder ans Tageslicht, das nach acht Jahren im Keller nun noch einmal seinen letzten Einsatz bekommt. Der Stoff ist inzwischen schlicht zu sehr in die Jahre gekommen – aber für „Karl-Heinz“ reicht es noch ein letztes Mal. So ist der Audi, oder besser gesagt das, was aktuell von ihm übrig ist – Karosse, Motor, Fahrgestell und Lenkrad –, kurzerhand in den Garten umgezogen.

Jetzt arbeite ich mich Stück für Stück von oben nach unten durch. Angefangen habe ich mit dem Dach, mal mit dem Exzenterschleifer, mal mit dem Schleifpad und an manchen Stellen auch ganz klassisch von Hand mit 240er Schleifpapier. Gerade am Dach ist das gar nicht so ohne, weil das Blech nachgibt und man den Druck entsprechend sauber dosieren muss.

Wo der Lack noch in Ordnung ist, wird er nur angeschliffen. An beschädigten Stellen geht es bis auf die Grundierung herunter, und dort, wo sich bereits erste Flugrostansätze zeigen, wird bis aufs blanke Blech gearbeitet.

Die freigelegten Stellen wurden anschließend wieder großzügig grundiert, damit alles sauber versiegelt ist. Es ist mühsame Arbeit, aber genau so kommt man am Ende Schritt für Schritt zu einer vernünftigen Basis für den weiteren Lackaufbau.

17.05.2026

Heute standen Motorhaube und die Türkanten auf der Beifahrerseite auf dem Plan. Also erst einmal die Haube ausgebaut und auf Böcke gestellt. Danach wurde großzügig mit Pelox SE gearbeitet, und nach rund 40 Minuten ließ sich der Rost mit dem „Glitzi“-Schwamm erstaunlich gut entfernen. Anschließend alles gründlich mit Wasser abgespült. Nach dem vollständigen Trocknen wird die Haube dann geschliffen und danach wieder mit Grundierung versiegelt. Bei den Türen läuft es im Prinzip genauso.

Bei den Lüftungen in der Haube muss ich mir allerdings noch etwas einfallen lassen. Da will ich nicht einfach irgendwie Farbe hineinhalten, sondern eine Lösung finden, mit der der Lack am Ende auch wirklich sauber und vernünftig in die Ecken kommt.

Auch die Kotflügel sind zum Schleifen wieder zurück ans Auto gewandert. Auf Böcken war das Ganze einfach zu instabil, also lieber wieder so, dass vernünftig gearbeitet werden kann.

Eine wirklich schöne Sache gab es heute aber auch noch: Der vom Sattler reparierte Fahrersitz ist wieder zurück und bleibt bis zum Einbau erst einmal sicher in der Garage. Die Arbeit ist wirklich beeindruckend geworden. Man sieht so gut wie gar nicht, sogar im Vergleich zum Beifahrersitz mit dem Originalbezug von 1970 welche Bereiche am Sitz überhaupt erneuert wurden. Vor so einer Arbeit kann man wirklich nur den Hut ziehen.

18.05.2026

Heute war vor allem eines: Schleiftag. Und auch wenn gutes Werkzeug einem dabei viel Arbeit abnimmt, bleibt es trotzdem genau die Sorte Arbeit, auf die man gut und gern verzichten könnte. Immerhin machen Exzenterschleifer und mobiler Staubsauger genau das, was sie sollen. Das Problem ist nur: Ein Auto besteht eben nicht aus lauter schönen glatten Flächen. Überall Kanten, Knicke, Rundungen – mal konvex, mal konkav, mal alles gleichzeitig. Und genau da hilft am Ende oft nur noch der Handschliff, weil selbst der Schleifklotz schon wieder zu groß ist.

Die großen Flächen, die sich mit dem Exzenterschleifer vernünftig bearbeiten lassen, sind inzwischen erst einmal geschafft. Der Rest ist jetzt die eigentliche Fleißarbeit: all die Streben, Ecken und Übergänge, die man nur von Hand oder mit viel Geduld sauber hinbekommt.

Und wie so oft zeigt sich beim Schleifen erst, was wirklich unter der Oberfläche steckt. Zum Vorschein kamen blankes Blech, kleine Rostpickel unter dem Filler, gespachtelte Stellen, Rostunterwanderung unter dem Spachtel an der Kofferklappe und dazu noch einige Beulen, die man vorher kaum bemerkt hat. Solche Stellen sieht man eben oft erst dann richtig, wenn man großflächig arbeitet und die Oberfläche nach und nach freilegt.

Damit ist auch schon klar, wie es weitergeht: wieder Rost behandeln, spachteln und sich Stück für Stück durch die nächsten Baustellen arbeiten. Das wird ein paar Tage in Anspruch nehmen. Die freigelegten blanken Stellen habe ich deshalb direkt wieder mit Grundierung konserviert. Fein geschliffen werden muss am Ende sowieso noch einmal alles.

Auch die Motorhaube hat heute noch ihren Teil abbekommen. Nach dem Schleifen und Entrosten war sie inzwischen schon zur Hälfte blank, also sollte sie direkt komplett grundiert werden. Das hat allerdings nur bedingt so funktioniert, wie gedacht. Eine offenbar etwas „defekte“ Sprühdose sorgte dafür, dass die Grundierung an manchen Stellen extrem rau wurde. Zum Glück ließ sich das mit 800er Schleifpapier recht schnell wieder glätten. So etwas braucht kein Mensch, gehört bei solchen Aktionen aber offenbar einfach mit dazu.

21.05.2026

Heute ging es mit Schleifen und Abkleben weiter. Diesmal war das Heck an der Reihe. Dafür habe ich zuerst den Kofferraumdeckel abgebaut und die Feder an den Kofferraumscharnieren mit dem Spanngurt ausgehängt. Danach wurde alles gründlich gereinigt, im Kofferraum sämtliche vorhandenen Öffnungen abgeklebt und auch die Ausschnitte der Rückleuchten sauber verschlossen. Der Kofferraumdeckel selbst muss zwar noch gespachtelt werden, das lässt sich aber problemlos auch im ausgebauten Zustand erledigen.

Anschließend ging es vorn weiter. Der Lack unter dem Kühlergrill ist eigentlich noch ordentlich, wirkte neben dem bereits neu lackierten Nummernschildträger aber einfach nicht mehr passend. Also wurde der alte Lack mit 240er Papier angeschliffen und anschließend deckend mit Grundierfüller aufgebaut.

Danach habe ich die Fläche mit 600er Papier wieder geglättet und schließlich in mehreren Durchgängen lackiert: drei Gänge Basislack, danach zwei Schichten Klarlack.

2 Schichten Basislack Audi L96D

2 Schichten 2K-Klarlack

Damit ist nun – einen Tag vor Karl-Heinz’ 56. Geburtstag – tatsächlich das erste Blech an der Karosse wieder in der originalen Wagenfarbe lackiert. Und genau das sind dann diese kleinen Momente, in denen aus viel Schleifstaub und Vorarbeit auf einmal wieder sichtbar ein Auto wird.

22.05.2026

Heute hatte Karl-Heinz Geburtstag – 56 Jahre alt. Statt großer Feierlichkeiten ging es allerdings ganz pragmatisch weiter mit den Vorbereitungen fürs Fillern. An der Front sind die Arbeiten inzwischen so weit abgeschlossen, dass dort bis zur finalen Lackierung nichts mehr passieren muss. Also habe ich die Karosse im Zelt aus der Mitte weiter nach hinten geschoben, um vorne genug Platz für die nächsten Schritte zu schaffen: Türen, Kotflügel, Motorhaube und Kofferklappe warten schließlich auch noch auf ihre weitere Vorbereitung.

Der Ausbau der Türen selbst lief erfreulich problemlos. Nur das Türfangband der Fahrertür hat noch eine kleine Baustelle aufgemacht: Die Halterung ist aus ihrer Aufnahme gebrochen. Weil das Teil ursprünglich von hinten ins Karosserieblech eingeschweißt wurde und man dort jetzt nicht mehr vernünftig herankommt, wird das später einfach von vorn mit zwei Schweißpunkten wieder befestigt. Dann sollte auch das wieder sauber halten

Damit die ausgebauten Teile vernünftig final geschliffen und später gefillert werden können, habe ich mir aus ein paar Resthölzern passende Halterungen gebaut. So lassen sich Türen und Kotflügel deutlich angenehmer bearbeiten, als wenn man ständig improvisieren muss oder einem die Teile irgendwie im Weg stehen. Gerade solche kleinen Hilfskonstruktionen kosten zwar erst einmal Zeit, machen die eigentliche Arbeit danach aber deutlich entspannter.

Auch die ersten Tests mit der Sprühpistole für den Filler habe ich schon gemacht – vorsichtshalber erst einmal nur mit Wasser. Aber selbst dabei merkt man schon, dass das Arbeiten mit solchem Werkzeug richtig Spaß machen kann. Und genau das ist dann wieder einer dieser Momente, in denen man spürt, dass das Projekt langsam in die nächste Phase übergeht.

23.05.2026

Die Vorbereitungen fürs Fillern ziehen sich doch mehr, als ich anfangs gedacht hatte. Nachdem die Türen nun raus sind, ging es erst einmal an die Türeinstiege. Also alles gründlich gereinigt und sauber abgeklebt, damit später dort nichts landet, wo es nicht hingehört. Gerade diese Arbeiten sehen nach außen oft unspektakulär aus, kosten aber am Ende erstaunlich viel Zeit, wenn man es ordentlich machen will.

Die Türkontaktschalter bleiben dabei an ihrem Platz. Das Gummi wird mit den Jahren schnell bröselig, und was noch in gutem Zustand ist, muss man nicht unnötig anfassen. Bei den Schlossfallen der Türen habe ich mich am Ende aber doch gegen einfaches Abkleben entschieden. Also die vier Schrauben raus und die Teile lieber komplett abgenommen. Dahinter sitzt schließlich dieses etwa 10 Millimeter starke Blech mit den Gewinden, damit sich die Schlossfalle später justieren lässt. Genau da war mir das Risiko zu groß, dass mir das Ganze verrutscht und ich hinterher unnötig Theater habe.

Deshalb kam vor dem Lösen der letzten Schraube erst einmal eine Sechskantschraube in ein freies Gewinde. Danach konnte die Schlossfalle runter, und in alle übrigen Gewinde kamen ebenfalls Schrauben, damit dort später kein Lack hineinläuft. Genauso werde ich es auch noch bei den Gewinden der vorderen Türscharniere machen. Im Moment ist dort nur der bewegliche Teil sauber abgeklebt.

Danach habe ich angefangen, die Türaussparungen in der Karosse mit passender Pappe zu verschließen. Das klappt inzwischen immer besser, bleibt aber bei 30 Grad im Zelt trotzdem echte Sch(w)eissarbeit.

Über Pfingsten geht es deshalb weiter mit Reinigen, Abkleben und noch ein bisschen Spachtelarbeit, damit ich hoffentlich in etwa einer Woche tatsächlich mit dem Fillern anfangen kann.

25.05.2026

Im Moment besteht das Projekt vor allem aus einer Arbeit, die gefühlt kein Ende nimmt: abkleben. Aber immerhin ist langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Stück für Stück werden die letzten Bereiche vorbereitet, damit es anschließend endlich mit dem Fillern weitergehen kann. Gerade solche Tage wirken nach außen oft wenig spektakulär, sind am Ende aber entscheidend, wenn das Ergebnis später sauber werden soll.

Und dann gab es noch eine dieser Fragen, an denen man länger hängt, als man vorher denkt: die richtige Position für den rechten Außenspiegel. Nach einigem Austausch im Audi-Clubchat war schließlich klar, wo er sitzen muss. Also wurde noch einmal mehrfach nachgemessen, bevor dann tatsächlich gebohrt wurde. Auf dem Foto wirkt das Ganze zwar etwas schief, in Wirklichkeit sitzt der Spiegel aber gerade. Manche haben ihn auf der rechten Seite weiter hinten montiert – ich wollte es an dieser Stelle aber lieber genau richtig haben.

Wieder so ein kleiner Schritt, der für sich genommen unscheinbar wirkt, am Ende aber genau dazu beiträgt, dass „Karl-Heinz“ Stück für Stück wieder vollständig wird.

31.05.2026

n den letzten Tagen ging es weiter mit den letzten Vorbereitungen fürs Fillern. Am rechten Schweller kamen mehrere dünne Schichten Acrylspachtel drauf, anschließend wurde mit Feinspachtel sauber abgeschlossen. Nach dem Schleifen habe ich die blanken Stellen noch einmal grundiert, damit dort nichts wieder anfängt zu rosten.

Am linken Kotflügel warteten außerdem noch zwei alte Löcher auf ihr Verschwinden. Die waren einmal für einen Zusatzspiegel gedacht, den ich aber nicht mehr montieren werde. Also habe ich die Stelle von innen großzügig mit Spachtel aufgebaut und zur Stabilisierung ein Putzgitter eingearbeitet. Danach wurde die Oberfläche plan geschliffen, mit Feinspachtel nachgearbeitet, noch einmal verschliffen und am Ende ebenfalls mit Grundierung versiegelt. Bis dahin war das alles noch ehrliches, sauberes Handwerk.

Danach kam allerdings der Teil, der einen bei so einem Projekt wieder sehr schnell auf den Boden holt:

Die ersten Versuche mit der Pistole und dem 2K-Epoxy-Filler liefen komplett aus dem Ruder. Auf dem Testkotflügel landeten nur grobe Spritzer, und trotz stundenlangem Probieren mit Pistole, Einmalbechern, Mischungen und Einstellungen wollte einfach kein vernünftiges Spritzbild entstehen.

Immerhin war danach ziemlich klar, woran es lag:

Bei den Temperaturen braucht der Filler deutlich mehr Verdünnung, der bisherige Kompressor liefert auf Dauer schlicht zu wenig Luft, und die Reinigung der Pistolen gehört zwar nicht zu den schönen, aber definitiv zu den notwendigen Arbeiten. Eine eher nebensächliche Erkenntnis gab es auch noch: Audi LD5T Blaumetallic aus den 80ern würde dem 100er vermutlich ebenfalls ziemlich gut stehen.

Die Konsequenz daraus war dann aber immerhin eindeutig:

Es musste ein stärkerer Kompressor her, die passende Verdünnung für den 2K-Filler, und auch die äußeren Bedingungen spielen offenbar eine deutlich größere Rolle, als ich anfangs gedacht habe. Temperaturen um die 20 Grad und möglichst keine direkte Sonne auf dem Zelt sind für solche Arbeiten ganz offensichtlich die deutlich bessere Idee.

Dazu kam noch die Erkenntnis, dass die Siebe in den Deckeln der Einmalbecher viel zu fein sind – dort bleibt nicht nur der unverdünnte Filler hängen, sondern im Zweifel auch gleich noch alles an metallic Partikeln vom Basislack, was eigentlich sauber durch die Pistole auf den Kotflügel sollte. – Gut das die Erkenntnis, dank einer geschenkten Dose metallic-Basislack, die ich noch im Keller hatte, jetzt schon kam, und nicht erst wenn der erste Basislack schon auf der Karosse ist.

Somit werkelt nun ein V2-Kompressor im Garten statt dem Einzylinder. Fühlt sich mit der Pistole auch direkt besser an. Die Drücke und Luftmenge passen nun.

Das gewünschte Ergebnis lässt sich damit inzwischen gut erreichen, und wenn das Wetter mitspielt, geht es im Idealfall vielleicht sogar ganz ohne zusätzlichen Verdünner. Zur Sicherheit werde ich trotzdem wohl mit einem kleinen Anteil von 5-10% arbeiten.

So oder so: Der Weg dahin war zwar mal wieder deutlich holpriger als gedacht, aber genau dafür sind solche Testläufe (und einige alte Kotflügel) eben da.

Filler aufbringen

01.06.2026

Heute war es endlich so weit: der Tag des Fillerns. Lange genug wurde getestet, nachjustiert, diskutiert und an Technik wie Material herumprobiert. Heute passten Wetter, Vorbereitung und Gefühl endlich zusammen, also ging es los. Der Filler wurde nach Vorgabe im Verhältnis 5:1 mit Härter angemischt, dazu kamen noch 10 Prozent Verdünnung. Alles ordentlich verrührt, in die Pistole gefüllt, das Spritzbild auf einem Testkotflügel eingestellt – und diesmal passte es tatsächlich.

Los ging es zunächst mit einem Kotflügel und einer hinteren Tür, jeweils frisch angemischt. Danach wurde umgebaut, und der nächste Kotflügel samt zweiter hinterer Tür bekam ebenfalls seinen Filler. Zwischendurch hieß es immer wieder: Pistole grob reinigen, Material neu ansetzen, weiterarbeiten. Genau diese Abläufe kosten Zeit, sorgen aber eben auch dafür, dass man Stück für Stück sauber vorankommt.

Bei den beiden vorderen Türen kam dann allerdings wieder der Moment, der einen bei so einem Projekt schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholt. In der Hoffnung, beide Türen in einem Zug erledigen zu können, habe ich direkt vier Portionen Filler angemischt. Dabei war ich mit dem Verrühren offenbar nicht geduldig genug.

Das Ergebnis: Die Mischung war nicht sauber genug homogenisiert, und aus der Pistole kam erst einmal wieder eher Rotze als ein vernünftiges Spritzbild. Besonders ärgerlich natürlich ausgerechnet an den vorderen Türen. Also blieb nur, auf dem Testkotflügel so lange weiterzumachen, bis sich das Spritzbild besserte – und erst dann konnten auch die beiden Türen fertig gefillert werden.

Was anfangs noch zu dick war, rächte sich später in die andere Richtung: Die Mischung wurde zunehmend zu flüssig. Entsprechend liefen ausgerechnet auf der Fahrertür die ersten Tränen. Ärgerlich, aber eben auch wieder lehrreich. Immerhin ist es „nur“ Filler und nicht schon der finale Lack.

Nachdem alles ausreichend trocknen konnte, ließ sich die kleine Katastrophe mit dem Schleifpad wieder ganz gut glätten. Die Türkante wurde erneut herausgearbeitet, und dort, wo ich beim Nacharbeiten wieder bis aufs Blech gekommen bin, kam noch eine leichte Schicht Grundierung drauf. Wieder so ein Tag, an dem nicht alles perfekt lief – aber am Ende trotzdem genau die Erkenntnisse gebracht hat, die man für den nächsten Schritt braucht.

02.06.2026

Aus den Fehlern vom Fillern der letzten Tage wurde heute immerhin direkt etwas Nützliches gemacht: gelernt. Diesmal war die Motorhaube an der Reihe. Also die Haube erst einmal vernünftig aufgestellt, mit Druckluft sauber abgeblasen und anschließend gründlich mit Silikonentferner gereinigt. Danach wieder neu angemischt – aber diesmal deutlich geduldiger und sauberer verrührt, bis die Mischung wirklich homogen war. Schon beim Einstellen der Pistole war zu merken, dass es diesmal in die richtige Richtung geht.

Also wurde die Haube zunächst leicht angenebelt, dann an den Kanten begonnen und die große Fläche in einem Zug durchgespritzt. Und genau so soll es am Ende sein: ruhig, gleichmäßig und ohne unnötiges Theater. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Nur an den Lüftungsgittern in der Haube gibt es noch ein paar unschöne Stellen, aber die lassen sich ohne großes Drama noch sauber nacharbeiten.

Parallel dazu ging es auch am Kofferraumdeckel weiter. Dort war der alte Lack an vier Stellen aufgeplatzt, und unter mehreren Schichten aus Spachtel, Lack und Grundierung kamen wieder Roststellen zum Vorschein. Also alles großzügig freigelegt und sauber entfernt. Anschließend wurde zunächst mit 2K-Acrylspachtel aufgefüllt, nach dem Aushärten geschliffen und danach noch einmal mit Feinspachtel nachgearbeitet. Der Feinschliff folgt dann in den nächsten Tagen.

Unterm Strich also endlich mal wieder ein Tag, an dem die Dinge so funktioniert haben, wie sie sollen. Und nach den kleinen Rückschlägen der letzten Filler-Versuche ist genau das dann auch wieder die Sorte Fortschritt, die richtig gut tut.

03.06.2026

Die Kofferklappe war nun das letzte Teil vor der Karosse, das noch seinen Filler bekommen sollte. Bevor es so weit war, standen aber erst noch die letzten Vorbereitungen an, denn ein paar Stellen waren dort kurz zuvor noch gespachtelt worden und mussten entsprechend sauber nachgearbeitet werden.

Dazu kam noch ein kleines Detail, das man leicht übersehen hätte: In der Kofferklappe fehlten die Löcher für die Schriftzüge – also für das „Audi“ auf der linken und das „100 LS“ auf der rechten Seite. Damals wurden die Embleme schließlich nicht einfach geklebt, sondern mit kleinen Kunststoffeinsätzen in passenden Bohrungen im Blech befestigt. Nach etwas Schleifen zeigte sich dann aber, dass die Löcher ursprünglich einmal vorhanden gewesen waren und beim früheren Lackaufbau schlicht verschwunden sind. Statt also neu zu bohren, ließen sie sich mit einem passenden Kreuzschlitzschraubendreher und einem leichten Schlag mit dem Karosseriehammer wieder sauber freilegen.

Anschließend wurden die Stellen noch einmal mit 600er Papier überschliffen, letzte Spachtelreste entfernt und die bearbeiteten Bereiche sauber plan gemacht. Und natürlich konnte ich es mir an der Stelle nicht verkneifen, die beiden Schriftzüge probeweise einmal anzuhalten. Man will ja schließlich auch sehen, wofür man den ganzen Aufwand betreibt.

Danach wurde der Filler angerührt und die Pistole vorbereitet. Und diesmal passte es wirklich: So gut ist mir bislang noch kein Teil gelungen. Der Filler liegt auf der Kofferklappe fast spiegelglatt – so glatt wie man das bei Filler eben sagen kann. Für die nächsten Schleifarbeiten ist das natürlich genau die Art von Ergebnis, die man sich wünscht.

04.06.2026

Bevor die Karosse am langen Wochenende endlich ihren Filler bekommen kann, standen erst noch die letzten Vorbereitungen an. Ganz ohne Schweißgerät ging es dabei allerdings doch nicht. Beim Ausbau der Türen fiel auf, dass die karosserieseitige Halterung des Türfangbands an der Fahrertür komplett ausgebrochen war. Eigentlich ist das Teil von hinten an die Karosse gepunktet, nur kommt man dort in diesem Fall praktisch nicht mehr vernünftig heran. Also blieb nur der pragmatische Weg: Halterung wieder einsetzen, mit vier Schweisspunkten fixieren – zwei oben, zwei unten – und die oberen Punkte anschließend noch etwas zurechtschleifen, damit der Bolzen später auch wieder sauber passt.

Danach ging es an die letzten Abschlussarbeiten mit Anschleifen und Abkleben. Genau diese Schritte wirken nach außen oft unspektakulär, entscheiden am Ende aber mit darüber, ob das Fillern sauber laufen kann oder nicht. Begleitet wurde das Ganze noch von einem kleinen Gewitter, das natürlich prompt wieder alles vollgetropft hat. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich das Wetter beim Fillern am langen Wochenende etwas besser benimmt.

05.06.2026

Heute wurde es dann wirklich ernst.

Alles war vorbereitet, kontrolliert und in Reichweite gelegt. Die Gebinde, die ich brauchte – und sicherheitshalber auch das, was als Reserve noch nötig werden könnte – standen bereit. Die Spritzpistole war montiert, die Karosse noch einmal gründlich mit Druckluft vom Staub befreit und anschließend sauber mit Silikonentferner abgewischt. Danach gab es eigentlich kein Zurück mehr.

Also den Filler portioniert, angerührt, in die Pistole gefüllt – und mit entsprechendem Herzklopfen ging es los. Nach dem Einstellen der Pistole habe ich oben auf dem Dach begonnen und mich dann Stück für Stück nach unten gearbeitet. Gerade an der Karosse war das alles andere als einfach, weil der Filler natürlich auch an all den Kanten, Sicken und Übergängen sauber landen soll. Zwischendurch hieß es immer wieder: neu anmischen, umfüllen, weiterarbeiten.

Nach knapp einer Stunde war ich dann durch. Und unterm Strich kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Ein paar Läufer sind zwar dabei, aber insgesamt ist der Eindruck absolut überzeugend. Irgendwann sieht man vor lauter Weiß ohnehin kaum noch, ob an einer Stelle vielleicht schon genug Material liegt oder ob man noch einmal darübergehen sollte – genau daher kamen dann auch die kleinen Tränen.

Nach knapp einer Stunde war ich fertig. – Ergebnis: Bis auf ein paar Tränen absolut überzeugend. Am Ende hat man vor lauter weiss nicht mehr gesehen ob es nun genug, zu wenig oder zu viel war an manchen Stellen. Daher dann die Tränen.

Das Wichtigste ist aber: Zu wenig ist nirgendwo.

Und alles, was jetzt noch nicht perfekt ist, lässt sich im nächsten Schritt sauber nacharbeiten. Genau so ein Tag ist das dann am Ende – einer mit Respekt davor, mit ein bisschen Anspannung und mit dem guten Gefühl, dass der große Schritt jetzt endlich gemacht ist.

Filler schleifen

06.06.2026

Filler zu schleifen hat ja zunächst fast etwas Beruhigendes. Es ist irgendwie meditativ, auch wenn man dabei natürlich ziemlich nass wird. Aber damit kann man noch gut leben. Wirklich gemein wird es erst in dem Moment, in dem man denkt: Jetzt ist die Fläche endlich glatt.

Dann kommt das schwarze Kontrollpulver drauf – und plötzlich sieht man sehr genau, wie die Wahrheit wirklich aussieht. Spätestens da wird es manchmal schwierig, die Motivation nicht gleich wieder zu verlieren. Noch frustrierender ist eigentlich nur der Moment, wenn man die Fläche endlich wirklich glatt hat und dann merkt, dass vom Filler kaum noch etwas auf dem Blech übrig ist. Dann schimmert stellenweise schon wieder das blanke Metall durch. Ganz große Freude.

Also heißt es an solchen Stellen: wieder eine dünne Schicht Filler drauf und im Zweifel noch einmal von vorn anfangen. Genau das sind die Arbeiten, bei denen man merkt, wie viel Geduld in so einem Projekt eigentlich steckt.

Im Moment ist das Dach mit dem Kontrollschwarz ganz klar mein Endgegner. Aber auch das wird am Ende noch bezwungen.

07.06.2026

Nachdem ich mit der Hand auf dem Dach kaum noch wirklich vorangekommen bin, musste eine andere Lösung her. Also habe ich zum Exzenterschleifer gegriffen und das Dach nass mit 600er Papier bearbeitet. Das hat deutlich besser funktioniert als der Handschliff. Vor allem hilft die harte und ausreichend große Schleifscheibe dabei, gröbere Unebenheiten besser auszugleichen, statt sich immer weiter neue Berge und Täler hineinzuschleifen.

Nachdem das Kontrollpulver nun bis auf ganz wenige Reste ausgeschliffen ist, sieht das Dach inzwischen wirklich gut aus. Ein paar Stellen sind zwar noch nicht ganz perfekt, aber die fallen eigentlich nur dann auf, wenn man mit gerichtetem Licht im genau richtigen Winkel drauf hält. Im normalen Blick wirkt die Fläche inzwischen erfreulich glatt – so glatt, dass selbst das Handy inzwischen Mühe hat, darauf überhaupt noch sauber zu fokussieren.

Auch die A- und C-Säulen sind inzwischen an einem Punkt, mit dem ich gut leben kann. Perfekt ist es vielleicht noch nicht bis ins letzte Detail, aber absolut in einem Bereich, der für mich passt.

Die mit Papier abgeklebten Öffnungen waren durch das Nassschleifen inzwischen komplett durchweicht, also habe ich die Abdeckungen heute erst einmal alle entfernt. Neu abkleben kann man später immer noch. Und wahrscheinlich ist das ohnehin die bessere Lösung, denn falls die hinteren Kotflügel noch einmal etwas Filler bekommen, werde ich beim nächsten Mal deutlich gezielter abkleben. Dann bleiben wirklich nur noch die Stellen frei, die auch tatsächlich bearbeitet werden sollen. Sonst hat man hinterher wieder überall Overspray auf den bereits geschliffenen Flächen – und genau darauf kann ich gut verzichten.

Heißt also: Demnächst steht wohl erst einmal ein Abstecher in den Baumarkt an, um reichlich Malerfolie zu besorgen.

08.06.2026

Nachfillern

Baumarkt – erledigt. Papier, Lappen und reichlich Folie besorgt. Und natürlich wurde das Ganze anschließend auch direkt verarbeitet. Man merkt eben schnell, dass bei solchen Arbeiten nie das Material ausgeht, das man gerade nicht doch noch irgendwo braucht.

Es mussten die beiden hinteren Kotflügel und außerdem die Windleiste vorne unter der Windschutzscheibe noch einmal neu gefillert werden. Die erste Schicht war dort einfach nicht so geworden, wie sie sollte – beziehungsweise an manchen Stellen schon wieder zu weit heruntergeschliffen. Also blieb nichts anderes übrig, als an diesen Bereichen noch einmal neu anzusetzen.

Damit ist es jetzt eben der zweite Versuch. Ärgerlich vielleicht, aber genau solche Schleifen gehören bei so einem Projekt nun einmal auch dazu. Am Ende zählt nicht, dass etwas beim ersten Mal perfekt war, sondern dass es am Schluss ordentlich wird.

Mit der Fillerschicht kann man arbeiten!

Filler Schleifen Teil 2

09.06.2026

Nach dem erneuten Fillern am Vortag ging es direkt wieder ans Schleifen. Der erste Blick auf die nun ausgehärteten Stellen war diesmal erfreulich vielversprechend. Der Filler liegt deutlich glatter als beim ersten Versuch, und genau das merkt man beim Schleifen sofort. Es reichte diesmal aus, einmal Kontrollpulver aufzubringen und dieses sauber auszuschleifen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Damit sind die hinteren Kotflügel und auch die Windleiste inzwischen nahezu fertig. Eine letzte Endkontrolle mit Kontrollpulver wird zwar noch folgen, aber insgesamt passt das jetzt schon sehr ordentlich.

Den Rest des Tages habe ich damit verbracht, die übrigen Stellen zu bearbeiten, die bislang noch nicht geschliffen waren. Dabei zeigte sich dann allerdings auch, dass das komplette Heck ebenfalls noch einmal eine neue Schicht Filler braucht. Also heißt es heute Abend wieder: abkleben, damit morgen der nächste Durchgang mit frisch angerührtem Filler folgen kann.

10.06.2026

Heute bekam das Heck noch einmal eine neue Schicht Filler. Die blanken Stellen wurden vorher vorsichtshalber noch einmal grundiert, damit dort alles sauber geschützt ist, bevor der nächste Aufbau draufkommt.

Heißt also im nächsten Schritt wieder schleifen, sobald alles ordentlich durchgetrocknet ist. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht mehr, denn in zwei Tagen soll die Karosse aus dem Zelt im Garten wieder zurück in die Garage. Bis dahin soll alles fertig geschliffen sein.

Damit das Zelt dann ebenfalls wieder aus dem Garten verschwinden kann, wurden heute die bereits gefillerten Türen, Kotflügel, der Kofferraumdeckel und die Motorhaube trocken in der Garage eingelagert. Bis zur finalen Lackierung im August werden die Teile dann nach und nach noch fertig geschliffen und, falls nötig, auch noch einmal nachgefillert.

So langsam geht es also aus der improvisierten Gartenlackiererei wieder zurück in die geordnete nächste Phase.

11.06.2026

Ein großer Schritt ist geschafft: Die Karosse ist geschliffen. Der Aufwand der letzten Tage war zwar nicht ohne, aber genau solche Etappen sind es, bei denen man am Ende spürt, dass es wirklich vorangeht. Wie gut sich die ganze Arbeit am Ende wirklich ausgezahlt hat, wird sich zwar erst zeigen, wenn im August der Basislack draufkommt – aber der Zwischenstand fühlt sich erst einmal richtig gut an.

Einmal rundherum betrachtet, ist jetzt jedenfalls genau der Punkt erreicht, auf den die ganze Schleiferei hinauslaufen sollte: Die Karosse ist vorbereitet, und damit ist wieder eine dieser Teilphasen abgeschlossen, die auf Bildern oft harmloser aussehen, als sie in Wirklichkeit sind.

Auch der bereits gefillerte Testkotflügel ist inzwischen vorbereitet. Dort gibt es bewusst verschiedene Schleifzustände, um später zu sehen, wie sich der Lack auf den unterschiedlichen Untergründen verhält – also was man am Ende noch sieht und was nicht. Zum Test Lackiert werden, soll er morgen.

Und wie so oft bei diesem Projekt ist auch die Qualitätsmanagerin fast immer mit dabei. Dass damit natürlich nicht irgendeine offizielle Kontrollinstanz gemeint ist, sondern die vierbeinige Aufsicht aus dem eigenen Haus, gehört bei „Karl-Heinz“ inzwischen wohl einfach dazu.

12.06.2026

Testlackierung

Heute war der Moment gekommen, auf den die ganze Arbeit der letzten Wochen hinausgelaufen ist: der erste richtige Lacktest. Nicht nur ein bisschen probieren, nicht nur Material anrühren und die Pistole einstellen – sondern einmal den kompletten Ablauf so durchziehen, wie er später auch an den eigentlichen Teilen funktionieren soll. Erst Basislack, dann Klarlack. Genau dafür war der Testkotflügel da. Und genau deshalb war heute auch ein Stück weit ein Tag der Wahrheit.

Natürlich schaut man in so einem Moment ganz anders auf das Ergebnis als irgendein Außenstehender. Von Weitem sieht es gut aus, und trotzdem wandert der Blick sofort zu den Stellen, die eben noch nicht so sind, wie sie sein sollen. Vermutlich war eine Schicht Basislack zu wenig drauf oder die einzelnen Gänge waren noch etwas zu dünn. Dadurch zeigt sich an manchen Stellen eine leichte Wolkigkeit. Nichts, was einem direkt ins Gesicht springt – aber eben sichtbar, wenn das Licht im richtigen Winkel auf die Fläche fällt.

Im ersten Moment ist so etwas natürlich frustrierend. Gerade dann, wenn man weiß, wie viele Stunden Vorbereitung, Schleifen, Fillern und Nacharbeiten in diesem einen Probestück stecken. Aber genau dafür gibt es solche Testläufe. Lieber jetzt an einem Kotflügel erkennen, was noch nicht ganz passt, als später an den eigentlichen Teilen. Und genau deshalb war auch dieser Tag am Ende kein Rückschritt, sondern ein wichtiger Schritt nach vorn. Denn jetzt ist klarer als vorher, worauf beim nächsten Lackgang noch mehr geachtet werden muss.

13.06.2026

Auszug aus dem Garten

Heute ist Karl-Heinz wieder aus seinem Zelt im Garten ausgezogen. Und einfach war das Ganze nicht.

Zuerst musste eine Seitenwand des Zelts weichen, danach wurden drei Stützen entfernt, damit die Karosse überhaupt erst einmal neben das Zelt bewegt werden konnte. Anschließend war das Zelt selbst schnell zerlegt, die Pergola von der Terrasse in den Garten umgesetzt und Tisch und Stühle mussten ebenfalls weichen, damit überhaupt wieder genug Platz entstand, um Karl-Heinz in Richtung Straße zu bekommen. Allein daran merkt man schon, dass so ein Rückzug aus der improvisierten Gartenwerkstatt deutlich mehr ist als nur „mal eben umparken“.

Die eigentliche Herausforderung war dann, genau den einen Winkel zu finden, in dem sich die Karosse rückwärts wieder zwischen Garage und Hauswand herausmanövrieren lässt, ohne den aufwendig geschliffenen Filler gleich wieder mit neuen Kratzern zu versehen. Dabei hat sich die kleine Winde als echte Hilfe erwiesen. Damit ließ sich alles deutlich präziser und kontrollierter bewegen, als man es von Hand hätte schieben können. Nach ungefähr zwei Stunden war die Karosse schließlich wieder in der Einfahrt.

Von dort ging es über ein kurzes Stück Straße zurück auf den Trailer und anschließend wieder in die Garage. Damit ist diese Phase im Garten nun erst einmal abgeschlossen. In den nächsten Wochen liegt der Fokus dann auf den restlichen Teilen: Türen, Haube, Kotflügel und Kofferraumdeckel warten schließlich auch noch darauf, fertig geschliffen zu werden.

15.06.2026

Filler und die Türen

Nachdem die Karosse nun wieder in der Garage steht, wird es Zeit, sich den anderen bereits gefillerten Teilen zu widmen. Und was ich beim Schleifen der Karosse gelernt habe, zahlt sich jetzt direkt wieder aus. Genau das ist ja das Gute an so einem Projekt: Mit jedem Abschnitt wird man ein kleines Stück sicherer in dem, was man tut.

Bei den Türen zeigt sich allerdings auch schnell, dass der Filler dort eher in die Kategorie „erste Versuche“ fällt. Also hieß es heute erst einmal, in einen sauberen Arbeitsablauf hineinzufinden. Tür auf den Ständer, die großen Flächen nass mit 600er Papier und dem Exzenterschleifer vorgeschliffen, Ecken, Kanten und Rahmen von Hand nachgearbeitet, danach alles gesäubert, abgewischt und zum Trocknen wieder weggehängt. Und das dann einmal für alle vier Türen.

Anschließend bekamen die wieder trockenen Türen ihr Kontrollpulver. Spätestens da sieht man dann bekanntlich sehr genau, wie die Wahrheit aussieht. Also ging es wieder von unten nach oben mit dem Exzenterschleifer über die Flächen, um die Unebenheiten sauber herauszuarbeiten, während Kanten und Übergänge erneut in Handarbeit erledigt wurden. So richtig entspannt ist das natürlich nicht immer – aber genau an solchen Stellen entscheidet sich am Ende, ob es wirklich ordentlich wird.

Weil die Türen bislang nur eine Schicht Filler bekommen hatten, kamen beim Schleifen an der einen oder anderen Stelle natürlich wieder Blech oder Grundierung zum Vorschein. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Türen werden bei nächster Gelegenheit noch einmal gefillert. Und ich gehe im Moment stark davon aus, dass Kofferraumdeckel und Motorhaube am Ende auf denselben Behandlungsschritt hinauslaufen werden. Immerhin ist genug Fillermaterial da – daran soll es also nicht scheitern.

16.06.2026

Filler und die Heckklappe

Machen wir es kurz: Filler und Kofferraumdeckel. Und wie so oft zeigt sich auch hier erst beim Schleifen, wo die eigentlichen Baustellen wirklich sitzen.

Die größte Herausforderung bleiben die vier Bereiche an der Heckklappe, die aufgeplatzt waren und deshalb komplett herausgeschliffen werden mussten. Dort war schon früher einmal gespachtelt worden, dieser alte Spachtel war aufgebrochen, und darunter saß wieder Rost. Beim Neuaufbau ließ sich das Ganze zunächst nicht hundertprozentig glatt hinbekommen – mit dem Finger waren die Unebenheiten noch spürbar.

Nach dem Schleifen des Fillers sieht die Sache jetzt aber deutlich besser aus. Die Unebenheiten sind nicht mehr fühlbar, und genau das ist an dieser Stelle erst einmal die wichtigste Nachricht. Ganz fertig ist die Kofferraumklappe damit allerdings noch nicht: Eine weitere Lage Filler wird sie trotzdem noch bekommen müssen, damit die Fläche am Ende wirklich sauber steht.

23.06.2026

Filler zum vorletzten mal

Heute standen Motorhaube und die beiden Kotflügel auf dem Plan. Also erst einmal alles aus der Garage geholt und wie schon bei den letzten Durchgängen vorgeschliffen. Danach kam wieder Kontrollpulver drauf, und dann hieß es: mit dem Exzenterschleifer alles bearbeiten, was sich vernünftig maschinell schleifen lässt, und den Rest wie gewohnt von Hand nacharbeiten. Genau dieser Mix aus Maschine und Handarbeit ist es ja inzwischen, der sich am besten bewährt hat.

Nachdem alles wieder trocken war, wurden die Teile entfettet und anschließend mit einer neuen Lage Filler versehen. Diesmal lag der Fokus noch stärker auf den Kanten, weil ich dort an einigen Stellen beim Schleifen schon wieder zu weit gekommen war. Gerade an solchen Bereichen merkt man immer wieder, wie schnell man mehr wegnimmt, als man eigentlich wollte.

Den Filler habe ich diesmal übrigens ohne Zelt aufgetragen. Und unterm Strich kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Zufriedenstellend trifft es ganz gut. Jetzt fehlen im Grunde nur noch die vier Türen, die ebenfalls noch einmal nachgefüillert werden müssen. Danach ist dieses Kapitel dann endlich abgeschlossen.

17.07.2026

In den vergangenen Wochen ist bei Karl-Heinz nicht viel passiert. Erst war Urlaub, dann spielte das Wetter nicht mit. Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad macht das Schleifen schließlich nicht nur wenig Freude, auch für die Verarbeitung der Materialien sind solche Bedingungen alles andere als ideal. Jetzt ist es draußen endlich wieder etwas angenehmer, also können die Arbeiten weitergehen.

Beim Schleifen der Motorhaube zeigte sich allerdings gleich die nächste kleine Katastrophe. Beim zweiten Fillern war zum Ende hin kein Material mehr in der Pistole. Eigentlich erst einmal kein großes Drama – dummerweise habe ich mir mit der praktisch leeren Pistole aber noch kleine Luftblasen aus Filler auf die Haube geschossen.

Die Blasen sind zusammen mit dem Filler ausgehärtet und haben nach dem Schleifen entsprechend tiefe kleine Löcher hinterlassen. Wegschleifen lassen sie sich nicht mehr, ohne dabei an den betroffenen Stellen wieder den gesamten Filler herunterzunehmen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die Motorhaube dort noch einmal mit einer dünnen Schicht Filler nachzuarbeiten.

Abgesehen von diesen kleinen Kratern bin ich mit dem bisherigen Schleifergebnis der Motorhaube allerdings wirklich zufrieden. Es ist also keine komplette Katastrophe – nur wieder eine dieser zusätzlichen Runden, die bei Karl-Heinz offenbar einfach dazugehören.

Filler zum letzten mal!

20.07.2026

Manchmal ist es gar nicht so leicht, die Motivation hochzuhalten – vor allem dann, wenn man immer wieder dieselben oder zumindest sehr ähnliche Arbeiten macht und trotzdem das Gefühl hat, keinen richtigen Schritt voranzukommen.

So war es auch heute. Die Türen, der Kofferraumdeckel und ein großer Teil der Motorhaube mussten noch einmal gefillert werden. Eigentlich dachte ich, dass ich die Pistole und die nötigen Einstellungen inzwischen halbwegs im Griff habe. Aber gut – „dachten“ sollte man bei so einem Projekt wohl besser nicht. Heute gab es jedenfalls wieder etwas dazuzulernen.

Zuerst habe ich die Mischung aus Filler, Härter und Verdünnung wieder mit 20 Prozent Verdünnung angerührt – genau so, wie es bei ähnlichen Temperaturen vorher schon funktioniert hatte. Auf der ersten hinteren Tür war das Ergebnis allerdings eindeutig: zu dünn. Und schon waren wieder Verläufe drin.

Also bei der zweiten hinteren Tür etwas weniger Verdünnung genommen. Das Ergebnis war diesmal leicht flockig – die Mischung war nun also wieder etwas zu dick. Offenbar spielt neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit eine deutlich grössere Rolle, als ich bisher gedacht hatte.

Bei den vorderen Türen, dem Kofferraumdeckel und der Motorhaube habe ich dann 15 Prozent Verdünnung genommen. Und damit lief es tatsächlich richtig gut. Wieder eine dieser kleinen Erkenntnisse, für die man vorher erst einmal ein paar weniger schöne Ergebnisse produzieren muss.

Dazu kommt natürlich, dass die Mischung auf nahezu senkrechten Flächen wie den Türen deutlich schneller zum Verlaufen neigt als auf waagerechteren Flächen wie Motorhaube und Kofferraumdeckel. Eigentlich logisch – aber in der Praxis trotzdem jedes Mal wieder eine kleine Herausforderung.

Jetzt darf erst einmal alles in Ruhe trocknen. In zwei bis drei Tagen werden sämtliche Teile noch einmal geschliffen. Und hoffentlich ist es dann wirklich das letzte Mal.

23.07.2026

Heute ging es endlich wieder einen deutlich sichtbaren Schritt voran: Die Motorhaube, der Kofferraumdeckel und beide Kotflügel sind fertig geschliffen.

Und diesmal tatsächlich ohne neue Katastrophen. Nichts durchgeschliffen, keine Löcher oder Macken mehr im Filler und keine Stellen, die gleich wieder eine weitere Runde Nacharbeit verlangen. Nach all den zusätzlichen Durchgängen, dem erneuten Fillern und den vielen Stunden mit Schleifpapier fühlt sich das schon fast ungewohnt gut an.

Damit sind wieder vier große Teile bereit für den nächsten Schritt. Langsam, aber sicher geht es nun tatsächlich auf das Finale der Lackierung zu. Und nach all der Vorarbeit kann dieser Moment eigentlich gar nicht früh genug kommen.

27.07.2026

Es ist vollbracht. Und ganz ehrlich: Ich kann keinen Filler mehr sehen.

Das klingt vielleicht nicht besonders professionell, entspricht aber ziemlich genau dem aktuellen Gefühl. Heute habe ich noch einmal durchgezogen und die Motorhaube, den Kofferraumdeckel und alle vier Türen fertig geschliffen. Nach all den zusätzlichen Durchgängen, dem erneuten Fillern, Kontrollieren und Nacharbeiten bin ich einfach froh, dieses Kapitel nun endlich abschließen zu können.

Natürlich findet man immer noch irgendwo eine kleine Stelle, die theoretisch noch etwas besser sein könnte. Aber irgendwann muss auch einmal Schluss sein. Was jetzt noch an kleinen Ungenauigkeiten im Filler steckt, darf bleiben. Für meinen Anspruch ist das Ergebnis inzwischen mehr als präzise genug – und vor allem deutlich besser, als ich es mir zu Beginn dieser ganzen Schleiferei zugetraut hätte.

Ende der Woche wird es dann ernst. Beim Lackieren zeigt sich endgültig, was die ganze Vorbereitung, die vielen Stunden Arbeit und die eine oder andere zusätzliche Runde tatsächlich wert waren.

Anschließend wurden die Türen, die Motorhaube und der Kofferraumdeckel von sämtlichem Klebeband und den Folien befreit, die beim Fillern zum Abkleben nötig waren.

Jetzt können die Teile erst einmal in Ruhe vollständig durchtrocknen. Vor dem Lackieren werden sie dann noch einmal neu abgeklebt – diesmal allerdings nur dort, wo es wirklich nötig ist. Ganz so aufwendig wie beim Filler muss es dann nicht mehr werden, denn Basislack und Klarlack fallen später deutlich weniger auf als der helle Filler.

Also noch einmal kurz Luft holen, trocknen lassen und dann geht es an den nächsten großen Schritt.

30.07.2026

Die letzten Vorbereitungen für die Lackierung laufen jetzt noch:

Diesmal standen zunächst passende Lackierständer für die Türen auf dem Plan. In der Mietwerkstatt sind zwar einige Ständer vorhanden, allerdings nicht genug für alle Teile, die gleichzeitig lackiert werden sollen. Also musste wieder eine eigene Lösung her.

Im Baumarkt gab es dafür einen Stoß Dachlatten, aus denen anschließend passende Ständer gebaut wurden. So lassen sich die Türen später vernünftig aufstellen und von allen Seiten gut erreichen.

Wieder eine dieser kleinen Vorarbeiten, die erst einmal Zeit kosten, am Lackiertag selbst aber vermutlich einiges einfacher machen werden.

30.07.2026

Basislack und Klarlack – Das Finale der Lackierung

Jetzt geht es tatsächlich los.

Zuerst also den Trailer holen, geplant war, die Karosse aus der Garage ziehen und verladen. Wurde aber wegen Dauerregen nichts draus. Daher die Kotflügel in die Garage transportiert und dort angebaut.

Also wird die Karosse erst am nächsten Tag geholt. Dann noch die Motorhaube montieren. Die Türen sind ja schon gut verpackt inm Auto.

Dann hieß es: alles zusammensuchen, was für die Lackierung gebraucht wird. Und dabei merkt man erst einmal, wie viel Material für so einen Lackiertag tatsächlich zusammenkommt.

Angefangen bei der Spritzpistole samt Reinigungszubehör und Waschverdünnung über den TristarColor-Basislack und den 2K-Klarlack bis hin zu Silikonentferner, Staub- und Honigtüchern. Dazu kamen Handschuhe, Lackieranzüge, Atemschutzmaske, Werkzeug, Abklebeband und Abdeckpapier.

Und natürlich durften auch die kurzfristig gebauten Lackierständer nicht fehlen.

Am Ende wird der Trailer voll, das Auto ebenfalls – und spätestens da war klar: Nach all den Wochen mit Schleifen, Fillern und Vorbereiten beginnt jetzt endlich der Teil, auf den die ganze Arbeit hinausgelaufen ist.

31.07.2026

Basis- und Klarlack Teil 1

Was haben wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht. Wir haben gerechnet, diskutiert, Mischungsverhältnisse durchgesprochen und immer wieder überlegt, in welcher Reihenfolge wir am besten vorgehen. Und als es dann endlich so weit war, lief der Tag zunächst erstaunlich selbstverständlich vor sich hin.

Aber der Reihe nach.

Der Jeep war bis unters Dach mit Material beladen, und auch im Audi war jeder noch freie Platz mit Türen und Zubehör belegt. Die Karosse wurde mit montierter Motorhaube und den beiden Kotflügeln auf den Trailer geladen, sorgfältig verzurrt und zur Mietwerkstatt gebracht. Pünktlich um 9:30 Uhr stand ich dort auf dem Hof.

Der Empfang war, wie gewohnt und erwartet, freundlich und professionell. Nach einer Einweisung in die Lackierkabine begann erst einmal das große Ausladen. Kisten mit Lacken, Werkzeug, Reinigungsmitteln und allem anderen Zubehör wurden strategisch in der Werkstatt verteilt. Anschließend kamen die vier Türen auf ihre selbst gebauten Ständer. Auch der Kofferraumdeckel und die beiden Kotflügel wurden passend in der Kabine positioniert. Druckluftschlauch und Wasserabscheider angeschlossen – und dann ging es zunächst noch an das weitere Abkleben der Karosse.


An dieser Stelle vielleicht noch einmal etwas Grundsätzliches: Ich habe an Karl-Heinz bislang so gut wie alles selbst gemacht, und genau das sollte auch bei der Lackierung so bleiben. Natürlich hätte ich die Karosse einfach in einem Lackierbetrieb abgeben und dort für vermutlich 8.000 bis 10.000 Euro fertigstellen lassen können. Aber das hätte nicht zu diesem Projekt gepasst.

Unterstützung bekam ich deshalb von T., einem Freund und gelernten Lackierer. Er hatte mir schon während der gesamten Vorbereitung viele wertvolle Tipps gegeben. Ohne seine Hilfe hätte ich vermutlich schon den Filler niemals so auf das Auto bekommen. Beim eigentlichen Lackieren habe ich deshalb assistiert und ihm die Führung überlassen – aber ich war bei jedem einzelnen Schritt dabei. Schließlich soll Karl-Heinz auch weiterhin ein echtes DIY-Projekt bleiben.

Nachdem T. eingetroffen war, übernahm er für den Rest des Tages die Regie. Für mich hieß es von da an: zuarbeiten, Material vorbereiten und jede freie Minute zwischen den einzelnen Lackiergängen für die nächsten Arbeitsschritte nutzen.

Dann wurde es ernst. Die Kabine lief, die Abluft war eingeschaltet und der Basislack vorbereitet. Zunächst kam eine leichte Nebelschicht auf die sieben Teile.

Bei rund 26 Grad in der Kabine betrug die Ablüftzeit gerade einmal zehn bis fünfzehn Minuten. Viel Zeit zum Durchatmen blieb also nicht.

Bevor die erste deckende Schicht Basislack aufgetragen werden konnte, musste allerdings noch eine verirrte Fliege aus der Kabine gejagt werden. Die hätte sich mit ziemlicher Sicherheit genau die frisch lackierte Fläche als neuen Lieblingsplatz ausgesucht.

Nachdem auch dieses Problem gelöst war, folgte die erste deckende Schicht Basislack. Nach etwa 45 Minuten Ablüftzeit kam der finale Gang. Dabei wurde der Metalliclack zum Abschluss noch einmal gleichmäßig ausgenebelt, damit sich die Metallicpartikel nicht sichtbar nach der Lackierrichtung ausrichten.

Danach durfte der Basislack erneut rund 45 Minuten ablüften, während die Pistole für den Klarlack vorbereitet wurde. Zunächst wurden 450 Milliliter 2K-Klarlack angemischt und als leichter Nebelgang aufgetragen. Anschließend hieß es wieder etwa 15 Minuten warten.

Für die deckende Klarlackschicht hatten wir eigentlich einen ziemlich genauen Plan: Ich sollte drei Becher mit in die Kabine nehmen, zweimal Klarlack und Härter im Verhältnis 2:1 anmischen und beide Mischungen anschließend mithilfe des dritten Bechers immer wieder miteinander vermengen. So sollten mögliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ansätzen ausgeglichen werden.

Was mache ich? Natürlich drei komplette Becher anmischen.

Also musste noch ein vierter Becher her, um die Mischungen doch noch untereinander anzugleichen. Welche Rolle das später noch gespielt hat, ist weiter unten zu lesen.

Das Ergebnis nach der ersten deckenden Klarlackschicht war jedenfalls schlicht der Knaller. Punkt. Die Flächen waren glatt, der Glanz war da – und genau an dieser Stelle hätten wir wahrscheinlich einfach aufhören sollen.

Allerdings war bereits genügend Klarlack für einen weiteren Durchgang angemischt. T. meinte, wir sollten es gut sein lassen. Eigentlich war ich derselben Meinung, wollte aber gerne zwei richtige Schichten Klarlack auf den Teilen haben. Nachdem die erste Schicht etwa 45 Minuten angezogen hatte, entschieden wir uns deshalb doch noch für einen weiteren Gang.

Das war keine besonders gute Entscheidung.

Die vorher wunderschön glatte Klarlackoberfläche wirkte danach plötzlich stellenweise nebelig und etwas stumpf. Warum genau, ließ sich in diesem Moment nicht mehr feststellen. T. ärgerte sich maßlos – vor allem über sich selbst und darüber, dass das Ergebnis vor dem letzten Durchgang eigentlich schon gut gewesen war.

Ganz so dramatisch ist es zum Glück nicht. Es liegt ausreichend Klarlack auf den Teilen, sodass sich die leicht matte Oberfläche später voraussichtlich gut glätten und auspolieren lässt. Trotzdem war an diesem Punkt für uns Schluss.

Inzwischen war es 18 Uhr, der Tag lang und die Motivation ziemlich am Boden. Also blieben die lackierten Teile über Nacht zum Trocknen in der Kabine. Für uns ging es nach einer wohlverdienten Currywurst erschöpft nach Hause.

Ein langer Tag – mit einem zwischendurch wirklich perfekten Ergebnis, einer vielleicht unnötigen zusätzlichen Runde und der Gewissheit, dass auch beim Lackieren offenbar kein Schritt ganz ohne neue Erfahrungen bleibt.
….

01.08.2026

Basis- und Klarlack Teil 2

Viel geschlafen hatten weder der „Lackierer“ noch sein Gehilfe. Trotzdem standen wir am nächsten Morgen pünktlich um 8 Uhr wieder vor dem Tor der Mietwerkstatt – erstaunlich motiviert und mit dem festen Vorsatz, den Ärger vom Vortag einfach hinter uns zu lassen.

Zuerst wurden die inzwischen ausgehärteten Teile aus der Lackierkabine getragen und sicher zur Seite gestellt. Die Karosse hatte die Nacht in der Halle vor der Kabine verbracht und durfte nun endlich hinein. Drinnen wurde noch die Öffnung der Fahrertür abgeklebt. Die Reifen haben wir natürlich vergessen abzudecken – aber irgendwann muss man auch einfach anfangen.

Also wurde das komplette Auto noch einmal gründlich mit Silikonentferner gereinigt und anschließend mit dem Honigtuch vom letzten Staub befreit. Kurz nach 9 Uhr fiel dann der Startschuss mit der ersten Nebelschicht Basislack.

In der Kabine waren es diesmal nur etwa 20 Grad. Während wir am Vortag mit 25 bis 26 Grad eher am oberen Ende der Verarbeitungstemperatur gelegen hatten, waren wir nun am unteren Ende angekommen. Das machte sich vor allem bei den Ablüftzeiten bemerkbar. Statt zehn bis fünfzehn Minuten brauchte der Lack nun ziemlich genau die vom Hersteller angegebenen 20 Minuten. Unser Zeitplan wurde dadurch entsprechend länger als am Vortag, an dem wir für die Teile rund viereinhalb Stunden gebraucht hatten.

Ansonsten konnten wir nach demselben Ablauf arbeiten wie am Tag zuvor. Und tatsächlich hatte sich inzwischen schon ein wenig Routine eingestellt: erste Schicht Basislack, zweite Schicht Basislack und anschließend ausreichend ablüften lassen.

Solange der Basislack noch feucht war, glänzte er bereits richtig schön. Nach dem Ablüften wurde er natürlich wieder matt – so, wie es sein soll.

Beim Klarlack war die Entscheidung diesmal allerdings schon vorher gefallen: Wenn die Oberfläche nach der ersten vollständig aufgetragenen Schicht gut aussieht, bleibt sie auch genau so. Keine unnötige zusätzliche Runde mehr.

Also wurde der 2K-Klarlack angemischt, zunächst ein leichter Nebelgang aufgetragen und danach der deckende Vollgang. Auf dem Dach und der Motorhaube bekam Karl-Heinz bewusst etwas mehr Klarlack, damit dort später genügend Material für das Finish vorhanden ist.

Das Ergebnis hat uns überzeugt.

Job done! – Danke nochmal an T. das war Wahnsinn.

Im Gegensatz zu den Teilen vom Vortag musste die Karosse nun allerdings lange genug trocknen, damit der Lack den Transport nach Hause auch wirklich unbeschadet übersteht.

Zunächst durfte sie 45 Minuten bei normaler Temperatur ablüften. Danach wurde die Kabine für dreissig Minuten auf 30 Grad erwärmt und anschließend für weitere 50 Minuten auf 40 Grad hochgefahren. Kurzzeitig lag die Temperatur sogar etwas darüber, was in diesem Fall aber kein Problem war. Zum Abschluss durfte die Karosse noch einmal rund 40 Minuten in der geöffneten Kabine abkühlen.

Danach wurde zuerst die Motorhaube heruntergenommen. Sie hatte während der Lackierung nur auf Balken über dem Motor gelegen. Anschließend konnten Papier und Klebefolie aus den abgeklebten Öffnungen entfernt und die Rampen wieder vor die Kabine gelegt werden.

Beim Herausschieben bekamen wir Unterstützung von einigen Leuten, die noch in der Werkstatt waren. Ich durfte mich ins Auto setzen und mich um Lenkung und Handbremse kümmern, während Karl-Heinz’ Gerippe langsam wieder ins Freie rollte. Mit tatkräftiger Hilfe wurde anschließend auch die Motorhaube wieder montiert.

Danach begann das große Einpacken. Müll zusammensuchen, Werkzeug verstauen und sämtliche Teile wieder in Jeep und Audi unterbringen. Bis auf die selbst gebauten Lackierständer für die Türen kam alles wieder mit zurück.

Nach etwa einer Stunde war schließlich alles verladen und ordentlich verzurrt.

Und dann kam dieser eine Moment.

Ich saß im Jeep und war gerade die ersten paar hundert Meter in Richtung Heimat gefahren, als sich plötzlich die ganze Anspannung der vergangenen beiden Tage löste. Was blieb, war ein breites Grinsen – im Gesicht und eigentlich im ganzen Körper.

Es waren zwei unglaublich intensive Tage. Fast zehn Stunden davon lief allein die Lackierkabine. Dazu kamen Vorbereitung, Reinigung, Warten, Anmischen, Einpacken und all die kleinen Entscheidungen zwischendurch.

Zu Hause angekommen wurde die Karosse abgeladen und zurück in die Einfahrt geschoben.

Durchatmen.

Nachdem der Miettrailer zurückgebracht und auch der Jeep wieder ausgeladen in der Einfahrt stand, kam noch der Nachbar vorbei. Eigentlich nur zum Anschauen – aber daraus wurde dann ganz spontan noch eine kleine Schrauberaktion.

Also wurden kurzerhand die Türen wieder eingehängt. Und tatsächlich: Sie sitzen und fallen sogar schon wieder ins Schloss. Alles Weitere kommt später.

Auch die Kofferraumklappe wurde noch montiert. Danach war dann aber endgültig Feierabend.

Der Lack darf nun erst einmal vollständig aushärten. In etwa einer Woche folgt noch die Politur, um ihm das letzte Finish zu geben.

Aber unabhängig davon steht jetzt fest:

Das Kapitel Lackierung ist abgeschlossen!

Hier geht es weiter:

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